Workshop-Reihe "New Topics INKLUSION"

Der Arbeitsbereich „Inklusion, Diversität Heterogenität“ der Tübingen School of Education veranstaltete im Januar/Februar 2018 eine Workshop-Reihe, um angesichts der öffentlichen Debatte zur ,Inklusion‘ und der zentralen gesellschaftlichen Bedeutung erfolgreich verlaufender Bildungsprozesse eine Plattform für den fachlichen Austausch zwischen Wissenschaft, Praxis und Bildungsadministration zu bieten.

Teilnehmer des Workshops

Die Verantwortlichen für den zweiten Workshop "Inklusion und sprachliche Heterogenität", Kristina Peuschel (vorne) und Marcus Emmerich (hinten), neben ihm die Referentin Ulrike Hormel.

Tübingen School of Education

Ziel der dreiteiligen Workshop-Reihe der Tübingen School of Education war es insbesondere, eine kritisch-reflexive Auseinandersetzung mit zentralen Fragen anzuregen, die mit der Umsetzung von Inklusion im Kontext allgemeinbildender und beruflicher Gymnasien sowie Gemeinschaftsschulen aufgeworfen sind. Die drei Workshops fanden im Kontext der Veranstaltungsreihe „New Topics Lehrer*innenbildung“ statt, die von der Tübingen School of Education veranstaltet wurde.

Im ersten Workshop, „Diversity und Inklusion im Kontext gymnasialer Bildung“, wurde zunächst die Ebene der Einzelschulentwicklung in den Blick genommen und die Chancen einer organisationssoziologischen Analyse gegenüber der sonst überwiegend normativen, pädagogisch-programmatischen Annäherung an ‚Inklusion‘ hervorgehoben (Beate Wischer, Universität Bielefeld) sowie Möglichkeiten des ‚Nachteilsausgleichs‘ (Ramona Lau, Oberstufenkolleg Bielefeld) diskutiert. Zwei Stuttgarter Schulleiter (Norbert Edel, Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Bad Cannstatt und Thomas Mästle, Helene-Schöttle-Schule Stuttgart/SBBZ) stellten darüber hinaus Organisationsweise und Strukturen ihres erfolgreichen Kooperationsprojekts und damit ein Best-Practice-Beispiel erfolgreicher gymnasialer Inklusion vor.

Personen unterhalten sich im Rahmen des Workshops

Die Veranstalter des ersten und dritten Workshops, Marcus Emmerich und Daniel Goldmann (Mitte), im Gespräch mit einer Teilnehmerin

Tübingen School of Education

Der zweite Workshop stand im Zeichen des gegenwärtigen Umgangs mit sprachlicher Heterogenität und thematisierte die Auswirkungen des VKL-Systems auf Seiteneinsteiger*innen (Ulrike Hormel, PH Ludwigsburg) sowie das inklusive Entwicklungspotenzial, das in der Anerkennung von Mehrsprachigkeit als Kompetenz liegen könnte (Katharina Brizić, Universität Freiburg). Die VKL-Lehrerin und -Koordinatorin Isabel Platz (Paul-Klee-Gymnasium Rottenburg) machte darüber hinaus an der schrittweisen Teilintegration eines gymnasialen VKL-Modells in der Region die institutionell unzureichend abgefederten Herausforderungen deutlich, die die VKL-Praxis in ihrer derzeitigen Form für die beteiligten Lehrkräfte und Kollegien bereithält.

Während sich die ersten beiden Veranstaltungen an das schulische Feld richteten, bot der dritte Workshop Raum für den internen Austausch zwischen Erziehungswissenschaft und Fachdidaktiken, um Forschungs- und Entwicklungsperspektiven zu diskutieren. Anregungen für die interdisziplinäre Diskussion lieferten ein Input zu den zentralen Forschungsfragen inklusiver Didaktik (Oliver Musenberg, Universität Hildesheim) sowie eine kritische Skizze aktueller Ansätze in der qualitativen Inklusionsforschung (Marcus Emmerich/Daniel Goldmann, Universität Tübingen).

Alle drei Workshops waren gut besucht, wobei insbesondere bildungsadministrative Institutionen (RPs, Staatl. Seminare etc.) großes Interesse am Austausch zeigten. Die erhoffte Intensivierung der forschungsorientierten Vernetzung mit interessierten fachdidaktischen Kolleg*innen gelang ebenso wie der Aufbau von Schulkontakten und die Eruierung von Bedarfen aus dem schulischen Feld, sodass die Inklusions-Reihe von den Veranstaltern als sehr erfolgreich verbucht werden konnte und eine Neuauflage mit anderen Schwerpunktsetzungen bereits konkret angedacht wird.