Workshop: Praxisorientierung im Lehramtsstudium - Innovationen und Befunde in der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" (04/2018)

Über 140 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 12. und 13. April 2018 an der Freien Universität Berlin zusammen, um sich zur Praxisorientierung im Lehramtsstudium auszutauschen.

Vizepräsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Klaus Hoffmann-Holland, begrüßt die Teilnehmenden

Der Vizepräsident der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Klaus Hoffmann-Holland, begrüßt die Teilnehmenden des QLB-Programmworkshops "Praxisorientierung im Lehramtsstudium - Innovationen und Befunde in der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung"".

BMBF/Alexandra Roth

Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis weit größer als in der Theorie.

Ernst Ferstl

Im Rahmen des QLB-Programmworkshops "Praxisorientierung im Lehramtsstudium - Innovationen und Befunde in der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" waren Vertreterinnen und Vertreter aus 45 Projekten der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ sowie Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Hochschulen, die nicht gefördert werden, zu Gast.

Die Grußworte des Vizepräsidenten der Freien Universität Berlin, Prof. Dr. Klaus Hoffmann-Holland, stimmten die Teilnehmenden auf das Thema und die Rolle des Projektes an der Freien Universität Berlin ein. Dabei nahm er sowohl die Lehrerbildung als Ganzes, als auch die Herausforderungen in der Praxis in den Blick. Er führte dazu aus: „Lehrkräftebildung ist ein zentrales Profilelement an der Freien Universität Berlin. […] Wie Sie wissen […], ist der professionelle Ausbau der Lehrkräftebildung eine Mammutaufgabe. Und das gilt für alle Bundesländer. Manchmal kann es sich auf Grund straffer Zeitpläne dabei nur um ein Reagieren auf externe Vorgaben oder sich ändernde Rahmenbedingungen handeln. In Zeiten wie diesen sind Förderprogramme – wie die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" als gemeinsames Programm von Bund und Ländern – besonders wichtig, denn sie fördern Innovation und Aktion. […]“ Die Überleitung zum Programmworkshop schloss er mit dem Satz ab: „Die durch die Qualitätsoffensive geförderten Projekte sind hierbei ein kreativer Pool an Gestaltungsmöglichkeiten zur Verknüpfung praktischen und theoretischen Wissens. Es wurde und wird ausprobiert und gelernt.“

Der Projektleiter und Gastgeber des Workshops, Prof. Dr. Volkhard Nordmeier, gab einen kurzen Einblick in das Projekt K2teach. Zum Workshop-Thema führte er aus: „Praxisorientierung ist ein zentrales Handlungsfeld der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung", und die Beiträge des Programmworkshops zeigen, dass sich viele Standorte auf den Weg gemacht haben, hier eine deutlich Qualitätsverbesserung zu erreichen. […]“ Diesen Einblick ergänzte er um aktuelle Befunde zur Lehrerbildung und stellte im Anschluss das Tagungsprogramm vor.

Danach begann das Programm mit zwei Vortragsreihen zu Themen wie:

„Wie können wir Lehr-Lern-Labor-Seminare zu Orten gemeinsamer Unterrichtsentwicklung durch Lehrkräfte, Schüler*innen und Studierende werden lassen?“ von Prof. Dr. André Bresges (Universität zu Köln) oder „Lehr- Lern-Labore: Der Transfer zwischen MINT- und geistes- sowie sozialwissenschaftlichen Fächern“ von Prof. Dr. Marius Harring (Johannes Gutenberg Universität Mainz).

Nach einer ersten Pause, die von allen zum Fachaustausch und zur Vernetzung genutzt wurde, fand der zweite Teil der Vortragsreihen statt zu Themen wie:

„Modularisierte Schulpraxiseinbindung – schulische Anforderungssituationen als Element universitärer Lehre“ Prof. Dr. Alexander Kauertz (Universität Koblenz-Landau) oder „Praxisphasen im Lehramtsstudium neu denken“ Prof. Dr. Verena Spatz und Christine Preuß (Technische Universität Darmstadt).

Bei einem 2-stündigen Posterwalk stellten zahlreiche Projekte ihre Arbeitsergebnisse zum Fachdiskurs vor und Kooperationen wurden initiiert.

Den inhaltsreichen Tag beendete die Keynote, für die Prof. Dr. Timo Leuders von der Pädagogischen Hochschule Freiburg zum Thema „Transfer fachdidaktischer Forschung in die Lehrerbildung – am Beispiel des Umgangs mit Heterogenität“ gewonnen werden konnte. Mit vielen Diskussionen während eines Abendimbisses klang der erste Tag aus.

Praxisorientierung ist ein zentrales Handlungsfeld der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung", und die Beiträge des Programmworkshops zeigen, dass sich viele Standorte auf den Weg gemacht haben, hier eine deutlich Qualitätsverbesserung zu erreichen.

Prof. Dr. Volkhard Nordmeier

Der zweite Tag war der aktiven Mitarbeit in sieben Workshops vorbehalten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer arbeiteten zu folgenden Themen:

Workshop 1: „Professionsbezug im Studium – jenseits der Praktika“ Prof. Dr. Thorsten Bohl, Dr. Kathrin Wenz, Kathrin Kniep, Lina Feder (Eberhard Karls Universität Tübingen)

Workshop 2: „Die Theorie kam mir so […] wie Praxis vor. Perspektiven von Lehrenden und Lehramtsstudierenden zum Praxis-Theorie-Verständnis in einer Lernwerkstatt“
Julian Miotk, Prof. Dr. Björn Risch (Universität Koblenz-Landau)

Workshop 3: „Lehr-Lern-Labor-Seminare: Ein MINT-Konzept öffnet sich anderen Fächern“
Dr. Daniel Rehfeldt (Freie Universität Berlin)

Workshop 4: „Gemeinsam Neues schaffen: Unterrichtsentwicklung im Lehr-Lern-Labor-Seminar“
Prof. Dr. André Bresges (Universität zu Köln), Prof. Dr. Volkhard Nordmeier (Freie Universität Berlin)

Workshop 5: „Professionstheoretische Spannungsfelder von Forschung, Praxis und Professionalisierung im Praxissemester – exemplarische Fragen und Antworten aus QLB-Projekten“
Prof. Dr. Martin Heinrich, Dr. Lilian Streblow (Universität Bielefeld), Prof. Dr. Roswitha Ertl-Schmuck (Technische Universität Dresden)

Workshop 6: „Schulpraktika und -kooperationen – Herausforderungen an der Schnittstelle Universität/Schule“
Dr. Ulrich Vogel, Annette Huppert (Philipps-Universität Marburg), Dr. Katrin Kleemann, Julia Jennek (Universität Potsdam)

Workshop 7: „Workshop für den wissenschaftlichen Nachwuchs“
Prof. Dr. Verena Spatz (Technische Universität Darmstadt), Prof. Dr. Josef Riese (RWTH Aachen).

Begleitet wurden alle Workshops durch einen critical friend, Prof. Dr. Ilka Parchman, Chemiedidaktikerin und Vizepräsidentin für das Lehramt, für Wissenschaftskommunikation und für Weiterbildung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Im abschließenden Plenum trugen Repräsentanten aus den Workshops ihre Ergebnisse und Erkenntnisse im Rahmen einer Diskussionsrunde und anhand von übergreifenden Fragen der Moderatorin, Prof. Dr. Ilka Parchmann, vor. Das Plenum nutzte die Gelegenheit für Ergänzungen und weitere Fragen zu den Workshops.

Im Schlusswort zog Prof. Dr. Volkhard Nordmeier ein kurzes Resümee. So sagte er: „Der Programmworkshop hat an interessanten Beispielen gezeigt, dass viele Standorte der Qualitätsoffensive Lehrerbildung sehr intensiv und erfolgreich an einer Qualitätsverbesserung des Praxisbezugs in der Lehrerbildung arbeiten.“ Dr. Petra Post (DLR, Bonn) gab den Ausblick für die weitere Arbeit, zu der in einem Folgeworkshop an der Universität Tübingen im kommenden Jahr gemeinsam wiederum eine fachliche Zwischenbilanz gezogen werden soll.

Dokumentationsmaterialien finden Sie zum Download auf der rechten Seite.

In Zeiten wie diesen sind Förderprogramme – wie die "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" als gemeinsames Programm von Bund und Ländern – besonders wichtig, denn sie fördern Innovation und Aktion.
 

Prof. Dr. Klaus Hoffmann-Holland

Wegweiser zum Programmworkshop

Wegweiser zum Programmworkshop

BMBF/Alexandra Roth

Prof. Dr. Volkhard Nordmeier, Projektleiter von K2teach und Gastgeber

Prof. Dr. Volkhard Nordmeier, Projektleiter von K2teach und Gastgeber

BMBF/Alexandra Roth

Teilnehmende am Programmworkshop im Plenum

Teilnehmende am Programmworkshop im Plenum

BMBF/Alexandra Roth

Posterwalk

Die Projekte präsentierten ihre Ergebnisse in einer Posterausstellung.

BMBF/Alexandra Roth

Haupteingang zum Programmworkshop an der FU Berlin

Haupteingang zum Programmworkshop an der FU Berlin

BMBF/Alexandra Roth