Digitale Medien in der Lehrerbildung

Wie sieht die digitale Bildung von morgen aus und wie können Lehrer in ihrer Ausbildung darauf vorbereitet werden? Zahlreiche Projekte der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" forschen zu den Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung und erproben Ansätze, wie Lehrerinnen und Lehrer durch den gezielten Einsatz im Unterricht, Kinder und Jugendliche dabei unterstützen können, mit Medien kompetent, zielgerichtet und verantwortungsvoll umzugehen.

Studierende analysieren Unterrichtssituationen

Wie sieht die digitale Bildung von morgen aus und wie können Lehrer in ihrer Ausbildung darauf vorbereitet werden? Dazu forschen zahlreiche Projekte der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung".

BMBF/Alexandra Roth

Digitale Medien sind aus dem Unterricht nicht mehr wegzudenken. Schülerinnen und Schüler wachsen heute selbstverständlich mit digitalen Medien auf. Daraus ergeben sich für die Lehrkräfte die Herausforderung und die Chance, durch den gezielten Einsatz im Unterricht, Kinder und Jugendliche zu unterstützen, mit diesen Medien kompetent, zielgerichtet und verantwortungsvoll umzugehen. Im Unterricht können digitale Medien als Lehr- bzw. Lernwerkzeuge zum Einsatz kommen. Oder sie werden als Medienangebot, das in die Wissensvermittlung eingebunden ist, genutzt – immer ergänzend zu anderen Methoden. Lernen mit digitalen Medien unterstützt die Anpassung von Lerninhalten und Lerngeschwindigkeit an die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen. Zur Lehrerbildung gehört es, den Einsatz und die Nutzung digitaler Medien im Unterricht vorzubereiten. Diese Potenziale weiter zu fördern, ist ein Schwerpunkt in der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“.

Einsatz digitaler Medien in der Lehrerbildung

Digitalisierung in der Lehrerbildung umfasst einen weiten Bereich, der in der Lehre und Organisation des Studiums an der Hochschule ansetzt. Hier gilt es, die Möglichkeiten zentraler Lernplattformen zu nutzen, didaktisch aufbereitete Lerninhalte bereitzustellen. Die Digitalisierung bietet nicht nur die Chance, individualisiertes Lernen unabhängig von Ort, Zeit und Endgerät zu unterstützen, sondern kann auch zu mehr Kohärenz in der Lehrerbildung an einer Hochschule oder einem Standort beitragen.
In der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ entstehen Online-Kurse und Angebote, die hochschulweit zur Verfügung gestellt werden und auch darüber hinaus, z. B. in der Lehrerfortbildung oder von Partnerhochschulen genutzt werden. Zur Begleitung und Reflexion von Praxisphasen werden elektronische Tagebücher eingerichtet, zu denen Kommilitonen oder Ausbilder gezielt Feedback geben können. Gefördert werden auch elektronische Assessments, Lernstandserhebungen und Umfragen. Auch neue Unterrichtskonzepte mit mobilen, digitalen Kommunikationstechnologien, wie Tablet-PCs, die von Studierenden entwickelt wurden, werden im Schulunterricht erprobt.

Unterrichtsvideos und Videografie

Besondere Chancen bringt der Einsatz von digitalen Videoangeboten in der Lehrerbildung an den Hochschulen. Videos bieten die Möglichkeit, Unterrichtsabläufe digital zu konservieren und sie mehrfach sowie aus unterschiedlichen Perspektiven zu analysieren. Der Blick auf die gefilmte Schulwirklichkeit verbindet die unterschiedlichen Blickwinkel der einzelnen Disziplinen der Lehrerbildung. Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften können sich auf die gleichen Unterrichtsvideos beziehen und sich in ihren Lehrinhalten besser abstimmen. Überdies erleichtert die Technik die Erhebung, Bearbeitung und Zugänglichkeit von Videodaten. Zugleich lernen die Studierenden, durch die Arbeit mit dem Videomaterial Unterrichtsprozesse in ihren unterschiedlichen Dimensionen zu erfassen, in theoretische Zusammenhänge einzuordnen und professionell zu planen. An Hand von aufbereiteten Videos lassen sich unterschiedliche Vorstellungen von gelingendem Unterricht hinterfragen und eine „professionelle Unterrichtswahrnehmung“ erreichen. Unterrichtsvideos und Videografie haben innerhalb der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ eine herausragende Bedeutung, da sich mit ihnen Unterrichtsqualität und die Lehrerprofessionalität verbessern lassen. Im Rahmen der Projekte sind die drei größten Videoportale Deutschlands für die Lehrerbildung eingebunden.

Kompetenzen für eine digitalisierte Gesellschaft und Arbeitswelt

Die Konferenz der Kultusminister (KMK) hat sich der Frage zugewandt, welche digitalen Kompetenzen junge Menschen erwerben müssen. In ihrer Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ geht sie ausführlich darauf ein. Auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) legt mit der "Bildungsoffensive für die digitale Wissens­gesellschaft" einen umfassenden Hand­lungsrahmen zur Verankerung von Bildung im digi­talen Zeitalter vor.