Studie der TU Dresden zeigt große Aufgeschlossenheit sächsischer Lehrkräfte gegenüber digitaler Schulbildung

Die Lehrerinnen und Lehrer in Sachsen stellen sich den Herausforderungen, mit denen sie durch den Trend zur Digitalisierung von Schule und Unterricht konfrontiert sind. Dies zeigt eine repräsentative Befragung von Lehrkräften sächsischer Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien, deren Ergebnisse das Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) nun veröffentlicht hat.

Humanoider Roboter an der Technischen Universität Dresden

Humanoider Roboter an der Technischen Universität Dresden

© Michael Willig

Von Rolf Puderbach

Dass es die Aufgabe der Schulen ist, Kindern und Jugendlichen Medienkompetenzen zu vermitteln, ist bei den Lehrkräften weitgehend unstrittig, so die Ergebnisse der repräsentativen Befragung von Lehrkräften sächsischer Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien, deren Ergebnisse das Zentrum für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) der Technischen Universität (TU) Dresden nun veröffentlicht hat. Auch, dass digitale Medien ein selbstverständlicher Teil des Lernens werden sollten, bejaht ein Großteil der Befragten. Einzig Grundschullehrkräfte zeigen sich diesbezüglich etwas skeptischer. Dass der Einsatz digitaler Medien auch zu einem größeren Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler führt, glauben allerdings nicht alle Lehrkräfte. Nur die Hälfte der Befragten ist uneingeschränkt dieser Ansicht.

"Obwohl sich Lehrkräfte aller Altersstufen einer zunehmenden Digitalisierung von Schule und Bildung gegenüber aufgeschlossen zeigen, offenbart die Befragung Generationsunterschiede", so Nelly Schmechtig, die Leiterin der Studie im Rahmen des Projektes "Synergetische Lehrerbildung" (TUD-Sylber²) in der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung". Jüngere Befragte zeigen sich im Durchschnitt optimistischer in Bezug auf den didaktischen Mehrwert digitaler Anwendungen im Unterricht. Ältere Befragte gestehen bei aller prinzipiellen Aufgeschlossenheit gegen über digitalen Medien häufiger ein, sich selbst im Umgang mit technischen Neuerungen schwer zu tun. Dies führt jedoch nicht dazu, dass sich ältere Lehrkräfte dem Einsatz digitaler Instrumente in ihrem Unterricht verweigern. Im Gegenteil: die ältere Lehrerinnen- und Lehrergeneration zeichnet sich durch eine ausgesprochen hohe Fortbildungsbereitschaft aus.

Vom Lehrernachwuchs erwarten die aktiven Lehrkräfte, dass er über ausgeprägte digitale Kompetenzen verfügt. "Diese Erwartung zu erfüllen, ist auch Aufgabe der Lehrerbildung an der TU Dresden", betont Prof. Dr. Lars Bernard, Chief Officer Digitalisierung und Informationsmanagement im Rektorat der TU Dresden. Dies unterstreicht unter anderem die Einrichtung einer Koordinierungsstelle "Digitalisierung in der Lehrerbildung" im Zentrum für Lehrerbildung.

Zur Sächsischen Lehrkräftebefragung: Im Mai und Juni 2019 wurden 2.300 zufällig ausgewählte Lehrerinnen und Lehrer an sächsischen Grundschulen, Oberschulen und Gymnasien in öffentlicher Trägerschaft zu einer schriftlich-postalischen Befragung des Zentrums für Lehrerbildung, Schul- und Berufsbildungsforschung (ZLSB) der TU Dresden eingeladen. 830 Lehrkräfte beteiligten sich an der Befragung. Dies entspricht einer Teilnahmequote 37 Prozent.