Session 7: Lehrkräftebildung in Zeiten von Corona

In der Session "Lehrkräftebildung in Zeiten von Corona" wurden Chancen und Herausforderungen einer digitalisierten Lehrkräftebildung entlang der Themen Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Good-Practice-Beispiele vorgestellt und diskutiert.

Lea Steinfeld und Malte Werner von der JLU Gießen bei Aufnahmen zum GOL-Podcast

Lea Steinfeld und Malte Werner von der Justus-Liebig-Universität Gießen bei Aufnahmen zum GOL-Podcast "Klasse(n)arbeit".

© Gießener Offensive Lehrerbildung

Von den Entwicklungen rund um das Thema "Corona" bleibt die QLB-Projektarbeit nicht unberührt. Besonders der Ausfall öffentlichkeitswirksamer Formate sowie die eingeschränkten Möglichkeiten der Netzwerk- und Kooperationsarbeit führen dazu, dass die Arbeit der QLB-Projekte verstärkt auf anderen Wegen erfolgen muss als in den letzten Jahren. Im Forum "Lehrkräftebildung in Zeiten von Corona" wurden Chancen und Herausforderungen einer digitalisierten Lehrerbildung entlang der Themen Öffentlichkeitsarbeit, Vernetzung und Good-Practice-Beispiele vorgestellt und diskutiert.

Prof. Dr. Ludwig Stecher, Sprecher der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL), wies in seiner Begrüßung sowohl auf die Herausforderungen als auch auf das Innovationspotenzial der aktuellen Entwicklung hin und betonte, "dass das, was jetzt unter zeitlichem Druck und unter dem Druck der Notwendigkeiten entwickelt wird, Formate hervorbringen wird, die, unabhängig von der aktuellen Situation, Eingang in die Lehrerbildung finden werden." Einige dieser Formate wurden mit den 56 Teilnehmenden aus bundesweiten Hochschulstandorten bearbeitet.

Eines dieser Formate ist der neue GOL-Podcast "Klasse(n)arbeit" zu Themen der Lehrkräftebildung, der in Workshop 1 vorgestellt wurde. Aufgrund des pandemiebedingten Ausfalls öffentlichkeitswirksamer Plattformen für die Wissenschaftskommunikation hat sich die GOL bei der Erschließung neuer (digitaler) Kommunikationskanäle für den Podcast entschieden, weil er vielfältige Chancen für den Wissenstransfer bietet. Die GOL möchte mit dem Format neue Zielgruppen erreichen, um die gesellschaftliche Relevanz und die Herausforderungen des Lehrkräfteberufes auch außerhalb der Hochschule zu kommunizieren. Der Podcast ermöglicht es darüber hinaus, mit den verschiedenen Akteuren in der Lehrkräftebildung ins Gespräch zu kommen. Perspektivisch wird auf eine Verstetigung des Angebots an der Justus-Liebig-Universität Gießen hingearbeitet. Im Austausch mit den Workshop-Teilnehmenden, die den Podcast nach einer Hörprobe als professionell und authentisch bezeichneten, wurden sehr praxisnahe Fragen zur Entwicklung und (technischen) Umsetzung des Projekts diskutiert, sodass andere am Podcast-Format interessierte QLB-Projekte von den Erfahrungen der GOL profitieren konnten.

Workshop 2 "Campusschule" widmete sich den digitalen Vernetzungsangeboten zwischen Universität und Schule. Im besonderen Fokus standen dabei die Chancen und Potenziale digitaler Kommunikation. Hier wurde gemeinsam erörtert, welche Interaktionsinhalte, welche Netzwerkstrukturen sowie Formen der Kooperation sich am besten eigenen für die digitale Vernetzungsarbeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stellten den themengebunden Vernetzungsanlass, wie zum Beispiel Ipad-Klassen, Lern-Managment-System (LMS), digitale Schulorganisation, als zurzeit zentralen Interaktionsinhalt heraus. Chancen bietet die zeit- und ortsunabhängige Eigenschaft von digitaler Kommunikation für die Kooperationsform des Austauschs von Wissen und Informationen.

Der Workshop des Lehr-Lern-Forschungslabors Geschichte der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) Mainz und der gesellschaftswissenschaftlichen Lehr-Lern-Gelegenheit der RWTH Aachen goAIX! (Workshop 3) diskutierte die Potenziale von Exkursionen für historisches und gesellschaftswissenschaftliches Lehren und Lernen in Schule und Hochschule. Dabei lag der Fokus des Mainzer Projekts auf den Möglichkeiten, Studierende an Raum als Kategorie der Geschichtswissenschaft sowie Stadt als Synthese räumlicher Konfigurationen heranzuführen, während der Aachener Ansatz sich auf Einsatzmöglichkeiten virtueller Exkursionen mittels Virtual Reality Aufnahmen konzentrierte. Der gemeinsame Kern beider Konzepte liegt – wie die Diskussion erwies – im Anspruch, die spezifischen Eigenschaften von Wirkorten und Räumen in und mit digitalen Medien erfahrbar(er) zu machen.

In Workshop 4 des Passauer Projekts Skill.de diskutierten die Teilnehmenden verschiedensten Herausforderungen für den Schulunterricht, die durch Corona und Distance Learning sichtbar gemacht wurden. Den Universitäten kommt dabei eine bedeutende Rolle zu, die Schulen durch zielgerichtete Forschung, Fortbildungen und Hilfestellungen bestmöglich zu unterstützen. Wenn die Universitäten diese Verantwortung übernehmen und die Schulkooperationen adaptiv bleiben, kann diese "Corona-Situation" für eine positive Schulentwicklung genutzt werden.

Screenshot des Miroboard mit den Ergebnissen des Workshops 4

Ergebnisse des Erfahrungsaustausches in Workshop 4 über mögliche Lösungsansätze coronabedingter Herausforderungen in der Schulkooperation

© Lothar Löschenbrand/Universität Passau



Ute Lederer, Justus-Liebig-Universität Gießen
Lothar Löschenbrand, Universität Passau
Kristopher Muckel, RWTH Aachen
Katharina Nesseler, Justus-Liebig-Universität Gießen
Dr. Heidrun Ochs, Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Martin Reinert, Justus-Liebig-Universität Gießen
Lea Steinfeld, Justus-Liebig-Universität Gießen
Malte Werner, Justus-Liebig-Universität Gießen