Session 3: Sinnstiftung durch Vernetzung – Vernetzung fachlichen, fachdidaktischen und unterrichtspraktischen Wissens am Beispiel des Bereichs Mathematik an der Universität Kassel

Im Lehramtsstudium Mathematik besteht im Übergang von Schule zu Hochschule das Phänomen eines schockartigen Kontinuitätsbruchs, bei dem Hochschulmathematik als überfordernder neuer Bereich wahrgenommen wird. In der Folge entwickeln sich Überzeugungen, dass die Hochschulmathematik keine Relevanz für die professionelle Lehrtätigkeit an der Schule hat.

Das Team des Koordinationsnetzwerks Hessen/Mainz in der Session "Herausforderung QLB-Projektkoordination“.

Das Team des Workshops "Sinnstiftung durch Vernetzung"

© Thorsten Weber

Neben den vier Organisatorinnen und Organisatoren aus den Sparten der Lehramtsausbildung Mathematik in der Primar- und Sekundarstufe an der Universität Kassel, nahmen 15 Personen aus bundesweit verschiedenen Hochschulen an dem Workshop teil. Der Großteil der Teilnehmenden kam aus der Lehramtsausbildung, jedoch fachlich mit verschiedenen Schwerpunkten und Fächern. Dies ermöglichte eine vielperspektivische Betrachtung und Diskussion der vorgestellten Inhalte.

Der Workshop setzte sich aus zwei parallel ablaufenden Sessions zusammen, die beide ein grundlegend gemeinsames Ziel verfolgten: Die Sinnstiftung durch Vernetzung im Lehramtsstudium Mathematik. Hier besteht im Übergang von Schule zur Hochschule das Phänomen eines schockartigen Kontinuitätsbruchs, bei dem Hochschulmathematik als überfordernder neuer Bereich wahrgenommen wird. In der Folge entwickelt sich die Überzeugung, dass die Hochschulmathematik keine Relevanz für die professionelle Lehrtätigkeit an der Schule hat. Die Überzeugung dieser sogenannten doppelten Diskontinuität kann sich negativ auswirken, vom Motivationsverlust bis hin zum Studienabbruch, und die spätere Unterrichtspraxis beeinflussen. In der Session, die Input- und Arbeitsphasen umfasste, wurden Konzepte für die Lehramtsausbildung (Primar- und Sekundarstufen) diskutiert, deren Ziel es ist, durch Vernetzung von Fachmathematik und Fachdidaktik die Wahrnehmung der doppelten Diskontinuität zu verringern und die Relevanz der Hochschulmathematik für die zukünftige Tätigkeit zu verdeutlichen.

In der ersten Session wurde ein Veranstaltungskonzept für die Primarstufe vorgestellt, das auf speziellen Erkundungsaufgaben beruht, die die Relevanz für die Lehrtätigkeit in der Grundschule auf mehreren Ebenen deutlich machen sollen. In der zweiten Session wurde ein Konzept der Lehramtsausbildung in der Sekundarstufe vorgestellt, das auf sogenannten Schnittstellenaufgaben zur Stärkung der Überzeugungen zur Kohärenz und Berufsrelevanz basiert.

Weiter wurde die Begleitforschung mit qualitativen wie quantitativen Anteilen vorgestellt und diskutiert, deren Schwerpunkt die Messung von Überzeugungen zu einer doppelten Diskontinuität im Fach Mathematik, aber auch anderen Fächer des Lehramtsstudiums ist.


Prof. Dr. Andreas Eichler – Universität Kassel
(Didaktik der Mathematik – Schwerpunkt Primar- und Sekundarschule)
Prof. Dr. Elisabeth Rathgeb-Schnierer – Universität Kassel 
(Didaktik der Mathematik – Schwerpunkt Grundschule)
Viktor Isaev – Universität Kassel
(Didaktik der Mathematik – Schwerpunkt Sekundarschule)
Thorsten Weber – Universität Kassel
(Didaktik der Mathematik – Schwerpunkt Grundschule)