Session 1: Mehrebenenprojekte von Anfang an? Herausforderungen der phasen- und disziplinenübergreifenden Abstimmung

Das in 2020 gestartete Verbundprojekt "ComeIn" aller zwölf lehrerbildenden Hochschulen in Nordrhein-Westfalen kooperiert eng mit Landesinstituten und Landesbehörden. In diesem komplexen Mehrebenensystem sollen die digitalen Kompetenzen in allen Phasen der Lehrkräftebildung gefördert werden. Die besonderen Herausforderungen für ein solches Projekt wurden an fünf Thementischen diskutiert.

Mehrere Personen sitzen an verschiedenen Tischen und diskutieren

Dialog, Kommunikation, Vernetzung und Kooperation sind zentralen Themen bei Mehrebenenprojekten

© BMBF/Alexandra Roth

Die Session wurde vom Verbund "Communities of Practice NRW für eine Innovative Lehrerbildung" (ComeIn) durchgeführt. Das Verbundprojekt ComeIn umfasst, unter der Konsortialführung der Universität Duisburg-Essen, alle zwölf lehrerbildenden Hochschulen des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW). Sie kooperieren dabei zwischen 2020 und 2023 eng mit den Zentren für schulpraktische Lehrkräfteausbildung und den öffentlichen Institutionen der Lehrkräftefortbildung. Ziel ist die Förderung digitalisierungsbezogener Kompetenzen in allen drei Phasen der Lehrkräftebildung.

Im Zentrum standen allgemeine Herausforderungen für Mehrebenenprojekte für Dialog, Kommunikation, Vernetzung und Kooperation. Mit den 40 Teilnehmenden, die mehrheitlich aus dem Hochschulspektrum stammten, wurden diese Herausforderungen an fünf digitalen Thementischen zum Gegenstand gemacht. Entlang der gemeinsamen Leitfrage, welche Synergie-Effekte sich aus der phasenübergreifenden Zusammenarbeit ziehen ließen und was die Erfolgsbedingungen wären, lassen sich folgende Ergebnisse festhalten:

Prof. Dr. Heike Buhl (Universität Paderborn), Thementisch Qualitätsmanagement in komplexen Mehrebenensystemen: Auf Grundlage erster Ergebnisse des Qualitätsmanagement zu Gelingensbedingungen wurde im Austausch der Aufbau vertrauensvoller Kommunikationsstrukturen als Bedingung der phasenübergreifenden Zusammenarbeit wie auch des Qualitätsmanagements identifiziert.

Dr. Simon Görtz (Universität Wuppertal), Thementisch Strategien der Hochschulentwicklung: Förderprogramme beeinflussen die Hochschulentwicklung in den Bundesländern unterschiedlich. In Stadtstaaten ist die Antragstellung entscheidend, um Innovationen zu ermöglichen. In Flächenländern werden lohnende Konzepte erst nach der Erprobung verstetigt.

Prof. Dr. Bardo Herzig (Universität Paderborn), Ulrich Janzen (Qualitäts- und UnterstützungsAgentur – Landesinstitut für Schule) MR Bernd Müller (Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen) und Ingo Schaub (Direktor des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung Köln), Thementisch Vernetzung: Als wichtige Bedingungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit wurden in der Diskussion eine klare Themenorientierung, Transparenz über Arbeitsprozesse und Strukturen, Verbindlichkeit und das Einlassen auf einen ergebnisoffenen Prozess herausgearbeitet.

Johanna Schulze (Universität Paderborn) Thementisch Medienbezogene Schulentwicklung: Im Rahmen des Thementisches wurden insbesondere die Erfolgsbedingungen des Vertrauens und der transparenten/nachvollziehbaren Abstimmung von Arbeitsprozessen unter Beachtung phasenspezifischer Bedarfe und Ressourcen für Mehrebenenprojekte betont.

Dr. David Tobinski (Universität Duisburg Essen), Thementisch Orientierungsrahmen: ComeIn nutzt für NRW zwei zentrale Rahmenwerke. Projekte aus anderen Bundesländern wählen dem hingen andere Referenzen, was Auswirkung auf die Gestaltungsmöglichkeiten phasenübergreifende Kooperation hat. Diesbezüglich zeichnete sich der Bedarf für einen bundesweiten Diskurs ab.

In der bilanzierenden Abschlussrunde, moderiert von Dr. Günther Wolfswinkler (Universität Duisburg-Essen) wurde die Notwendigkeit deutlich herausgestellt, den Dialog innerhalb der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" über die Gelingensbedingungen von Mehrebenenprojekten kontinuierlich fortzusetzen.