Rückblick auf Veranstaltungsreihe Rassismuskritik in der Schulpraxis im Wintersemester 2020/21 an der Universität zu Köln

Im Wintersemester 2020/21 veranstaltete das Projekt "Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung (ZuS)" an der Universität zu Köln die interaktive Online-Veranstaltungsreihe "Rassismuskritik in der Schulpraxis". An vier Terminen wurden Herausforderungen und Handlungsoptionen für die Schulpraxis behandelt und mit Studierenden diskutiert. Die Veranstaltungsreihe stieß sowohl innerhalb als auch außerhalb der Universität zu Köln auf große Resonanz.

Screenshot der digitalen Auftaktveranstaltung

Screenshot der digitalen Auftaktveranstaltung vom 26.11.2020

© Universität zu Köln

Das Netzwerk Inklusion hat in Kooperation mit dem ZuS-Handlungsfeld Nachwuchsförderung, dem Referat für Gender & Diversity Management (GeDiM) sowie Studieren ohne Schranken (SoS-Referat) die Vortragsreihe "Rassismuskritik in der Schulpraxis" veranstaltet. Hierzu wurden vier Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themenbereichen im Spektrum von Rassismuskritik und Demokratiebildung in der schulischen Praxis angeboten. Ziel der Reihe war es, sowohl wissenschaftliche Perspektiven auf Rassismuskritik zu eröffnen, als auch auf praktischer Ebene aufzuzeigen, an welche Institutionen und Initiativen sich (angehende) Lehrpersonen für Unterstützung und Kooperationen wenden können. Auch bereits bestehende Kooperationen zwischen Schule und Universität wurden aufgezeigt, um Anknüpfungsmöglichkeiten für die Unterrichtspraxis zu eröffnen.

Die Auftaktveranstaltung "Rassismus im Praxisfeld Schule" am 26.11.2020 wurde mit dem Referenten Maurice Soulié (freier Mitarbeiter der Informations- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus der Stadt Köln) und Canan Tekin (Projektreferentin in dem Antidiskriminierungsbüro für Schülerinnen und Schüler der AWO Köln), durchgeführt. Nach einem Grußwort durch die Prorektorin für Lehre und Studium der Universität zu Köln, Frau Prof. Dr. Beatrix Busse, gaben die Referierenden durch einen Impulsvortrag einen Überblick über die unterschiedlichen Formen von Rassismus und Diskriminierung und stellten ihre konkrete Arbeitspraxis vor. Anschließend fand in drei Arbeitsgruppen ein Austausch über Handlungsoptionen und die Möglichkeit von Kooperationen mit außerschulischen Bildungsträgern für die schulische Praxis statt.

Der zweite Vortrag am 17.12.2020 zum Thema: "RAP! Flow: Style: Politik", wurde von Dr. Ayla Güler Saied und der Microphone Mafia gehalten. Darin arbeiteten sie den Einfluss der Jugendkultur HipHop in den Lebenswelten von Jugendlichen seit den 1980er Jahren heraus. Da in den unterschiedlichen Rap-Genres gesellschaftliche Missstände sowohl kritisiert als auch reproduziert werden, wurden im Kontext der Demokratiebildung Handlungsoptionen für die schulische Praxis aufgezeigt. Hierbei wurden auch Potenziale für den Unterricht und die Schulpraxis herausgearbeitet: Insbesondere für das fächerübergreifende Lernen, wie z.B. Geschichte, Musik- und Politikunterricht, boten sich diverse Anknüpfungspunkte an.

Am 21.01.2021 referierte Jun.-Prof. Dr. Karim Fereidooni von der Ruhr-Universität Bochum zu "Rassismus in Schule und Gesellschaft". Frau Dr. Britt Dahmen, Referatsleiterin des Gender und Diversity Management der Universität zu Köln, sprach im Vorfeld ein Grußwort. Anschließend folgte eine Diskussion mit den Teilnehmenden. Dabei standen insbesondere Fragen im Raum, wie eine selbstreflexive und diskriminierungskritische Schul- und Alltags- Praxis realisiert werden kann und welche diskriminierungskritischen Handlungsoptionen bestehen. Der Vortrag und die PowerPoint-Präsentation stehen allen Interessierten auf der Seite der Veranstaltungsreihe zur Verfügung. Den Link finden Sie rechts in der Box.

Die Gäste der vierten und letzten Veranstaltung am 04.02.2021 waren Prof. (em.) Norbert Finzsch und der Gymnasiallehrer Maximilian Rieth. Die Veranstaltung trug den Titel "Von der Sklaverei zur Bürgerrechtsbewegung". Nach einem inhaltlichen Input von Prof. Finzsch zu den Themen Kolonialisierung, Sklaverei und Bürgerrechtsbewegung der USA in den 1950er und 1960er Jahren, stellte Herr Rieth Ergebnisse aus seiner konzipierten Unterrichtsreihe im Fach Geschichte vor. In der abschließenden Austauschrunde mit den Teilnehmenden wurden weitere Optionen für die Unterrichtspraxis vorgestellt und diskutiert.

Mit finanzieller Unterstützung des autonomen AStA-Referats Studieren ohne Schranken (SoS) konnten die letzten beiden Veranstaltungen von Gebärdendolmetscherinnen und Gebärdendolmetschern begleitet werden und waren somit barrierefrei.

Die einzelnen Veranstaltungen waren mit 70 bis 140 Teilnehmenden sehr gut besucht. In den Diskussionen und Evaluationen wurde, vor allem von Seiten der Studierenden, die fehlende universitäre Vorbereitung auf diese Herausforderung in der Schulpraxis angemerkt und Angebote wie die Veranstaltung als Notwendigkeit hervorgehoben. Aus diesen Gründen wird eine Fortführung der Veranstaltungsreihe im kommenden Sommersemester geplant.