Projekte

In der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung derzeit 49 Projekte. An sechs dieser Projekte sind mehrere Hochschulen beteiligt. Insgesamt machen 59 Hochschulen in allen Ländern mit. Im Folgenden können Sie die Projekte über eine Deutschlandkarte, über eine Liste oder mit Hilfe einer Suchfunktion aufrufen.

LLF

Das Lehr-Lern-Forschungslabor – Ort zukunftsorientierter Kooperation in der Lehramtsausbildung

Zusammenfassung

In den Lehr-Lern-Forschungslaboren (LLF) sollen Unterrichtssequenzen erprobt, mitgeschnitten und analysiert werden. Im Mittelpunkt steht dabei die kognitive Aktivierung der Schülerinnen und Schüler durch anspruchsvolle und anregende Lernarrangements und Aufgaben mit jeweils geeigneter medialer Unterstützung. Dies findet zunächst in den Fächern Physik, Englisch und Geschichte statt, soll aber später auf weitere Fächer ausgeweitet werden. Die Bildungswissenschaften entwickeln, da sie kein schulisches Unterrichtsfach sind, kein eigenes Labor, spielen aber eine zentrale Rolle bei der Konzeption und Vermittlung von gemeinsamen übergreifenden Elementen und Inhalten der LLF insbesondere hinsichtlich der Qualität von Unterricht und der allgemeinen Didaktik.

Die Lehramtsstudierenden sollen sich im Rahmen der Laborarbeit erprobend, beobachtend und analysierend mit Möglichkeiten kognitiv aktivierenden Unterrichtens auseinandersetzen und sich dabei auch fächer- und fächergruppenübergreifend mit komplexen Fragen von Lern- und Unterrichtsarrangements auseinandersetzen. Nicht zuletzt erwerben sie vertiefende Kompetenzen beim Einsatz von Medien, nicht nur im Unterricht, sondern auch bei der Dokumentation und Analyse von Unterricht, bspw. durch Schulung und Anwendung von Video-Analyse-Systemen.

Im Groben lassen sich folgende Projektphasen unterscheiden:

  • Januar bis März 2016: Einrichtung der LLF, Auf- bzw. Ausbau von Kontakten zu Schulen, Schulaufsicht etc.
  • April bis September 2016: Konzipierung der Lehrveranstaltungen, Entwicklung des Evaluationsdesigns, Mediale Schulungen, Fortbildungen, Entwicklung von Themen zur wissenschaftlichen Weiterqualifizierung.
  • Oktober 2016 bis März 2018: Durchführung der Lehrveranstaltungen (Seminarveranstaltungen, Exkursionen), Regelmäßige Pflege der Plattform, Begleitende formative Evaluation, Methodenworkshops für den wissenschaftlichen Nachwuchs, Durchführung interdisziplinärer Forschungskolloquien.
  • April 2018 bis Juni 2019: Weiterführung der Lehrveranstaltungen, Regelmäßige Pflege der Plattform, Begleitende formative Evaluation, Dissemination der Projektergebnisse, Abschlusstagung.

Geplante Transferangebote

Die erfolgreichen Elemente der Lehr-Lern-Forschungslabore werden als fester Bestandteil der Lehramtsausbildung fortgeführt und in den Modulen der einzelnen Fächer curricular verankert. Angestrebt ist darüber hinaus eine Ausweitung a.) auf weitere Fächer und b.) in Richtung auf die zweite Phase der Lehramtsausbildung. Die hierfür nötige übergreifende Koordination und wechselseitige Abstimmung erfolgt durch die Projektleitung, das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Das Projekt schließt an das an der JGU angesiedelte Promotionskolleg „Unterrichtsentwicklung, Schulentwicklung, Fachdidaktik" für Lehrerinnen und Lehrer an und leistet somit einen Beitrag zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Vorgesehen sind ein Workshop, in dem Projektergebnisse im kollegialen Austausch vorgestellt und erörtert werden sollen, sowie eine Tagung, die sich an einen weiteren Interessentenkreis aus Wissenschaft, Schulpraxis und Bildungspolitik richtet. Darüber hinaus werden die Ergebnisse regelmäßig auf einschlägigen nationalen und internationalen Fachtagungen präsentiert und in einschlägigen Zeitschriften und Herausgeberbänden publiziert.

Lehramtstypen, die das Vorhaben betrifft

  • Lehrämter der Sekundarstufe II [allgemeinbildende Fächer] oder für das Gymnasium