Projekte

In der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung derzeit 49 Projekte. An sechs dieser Projekte sind mehrere Hochschulen beteiligt. Insgesamt machen 59 Hochschulen in allen Ländern mit. Im Folgenden können Sie die Projekte über eine Deutschlandkarte, über eine Liste oder mit Hilfe einer Suchfunktion aufrufen.

SKILL

Strategien zur Kompetenzentwicklung: Innovative Lehr- und Beratungskonzepte in der Lehrerbildung

Zusammenfassung

SKILL“ steht für „Strategien zur Kompetenzentwicklung: Innovative Lehr- und Beratungskonzepte in der Lehrerbildung“. Das Projekt umfasst verschiedene Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung an der Universität Passau. Mit SKILL reagiert die Universität auf Defizite in der Lehrerbildung, die unter den Schlagworten institutionelle Segmentierung, Marginalisierung von Lehramtsstudierenden und Fragmentierung von Ausbildungsinhalten diskutiert werden. Übergreifende Ziele sind daher

  • die De-Fragmentierung der Inhalte universitärer Lehre,
  • die Verbesserung der Studierendenberatung für das Lehramt (Abbau von Segmentierung) und
  • eine verbesserte Sichtbarkeit der Lehrerbildung innerhalb der Universität (De-Marginalisierung).

Dazu wurde unter anderem ein Didaktisches Labor eingerichtet, in dem vier Lehrprojekte Innovationen anstoßen. Diese werden seit 2017 in die Regellehre überführt und mittelfristig auch in der Lehrer(fort)bildung verstetigt werden. Außerdem wurde eine Fachstelle für Studierendenberatung aufgebaut, die bestehende Angebote in einem Beratungsnetzwerk zusammenführt. Eine Fachstelle für Qualitätsentwicklung sichert die Nachhaltigkeit der neuen Lehrformate sowie die nachhaltige Implementierung der Projektergebnisse an der Universität Passau.

Struktur und Organisation (Arbeitsbereiche)

Das Projekt SKILL besteht aus dem Didaktischen Labor (Raum und Team), in dem vier Lehrprojekte aus den Bereichen Germanistik, Information and Media Literacy, Kunst Musik Sport und Mathematik Innovationen (stärkere Vernetzung von Fachwissenschaften, Fachdidaktiken und Bildungswissenschaft) anstoßen. Die Fachstelle für Studierendenberatung koordiniert das Beratungsnetzwerk, an dem auch das Eignungsverfahren PArcours beteiligt ist. Die Fachstelle für Qualitätsentwicklung sichert die Nachhaltigkeit der Innovationen über das Projektende hinaus.

Das Projekt wird durch Frau Prof. Dr. Jutta Mägdefrau (Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt empirische Lehr-/Lernforschung) geleitet. Es ist innerhalb der Universität vernetzt und baut insbesondere auf die Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik. Darüber hinaus sind 17 Hochschullehrende und 19 wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Philosophischen Fakultät, der Fakultät für Informatik und Mathematik sowie des Sportzentrums am Projekt beteiligt. Auf unserer Projektwebsite erfahren Sie mehr über das Projekt und seine Beteiligten.

Geplante Transferangebote

Didaktisches Labor

Mit dem Didaktischen Labor steht für Studierende im Lehramt ein Ort zur Verfügung, an dem Unterricht handelnd erprobt und dieses Handeln auf theoretischer Basis reflektiert wird. Zugleich werden in Lehrprojekten innovative Modellseminare entwickelt, die auf die De-Fragmentierung der verschiedenen Fach- und Wissensbereiche im Lehramtsstudium zielen.

Der große und an zentraler Stelle gelegene Seminarraum NK 211 (Nikolakloster) der Universität Passau wurde dazu so umgestaltet, dass er den Erfordernissen moderner (schulischer und hochschulischer) Lehre entspricht und sich auch für (schul-)unterrichtsbezogene Forschung eignet. Er ist zum Identifikationsort für Lehramtsstudierende und das lehrerbildende Personal der Universität geworden und trägt durch seine Sichtbarkeit zum Abbau der Marginalisierung bei.

Das Didaktische Labor steht für folgende Nutzungsmöglichkeiten zur Verfügung

In der Lehramtsausbildung tätige Dozierende der Universität Passau (Fachwissenschaft, Fachdidaktik und Bildungswissenschaften) können den Raum bei freien Kapazitäten ebenfalls für die Durchführung von Seminaren mit einer maximalen Teilnehmerzahl von 30 Studierenden nutzen.

Fachstelle für Qualitätsentwicklung

SKILL wird durch eine Fachstelle für Qualitätsentwicklung unterstützt. Ihre Aufgabe ist es, die Nachhaltigkeit des Programms sicherzustellen. Die Fachstelle hat folgende Aufgaben:

  • Beratung des universitären Qualitätsmanagements in Fragen der Lehrerbildung,
  • Begleitung projektinterner Evaluationen,
  • Sicherung der Nachhaltigkeit der Teilprojekte durch Implementierung erfolgreicher Kursformate in die Rechtstexte der Universität (Studien- und Prüfungsordnungen, Modulkataloge und andere Dokumente),
  • Beratung der Dozierenden in Fragen der Studiengangsorganisation und in der Schaffung polyvalenter Strukturen,
  • Vernetzung aller für die Lehrerbildung relevanten Stellen und Einrichtungen zum Abbau der institutionellen Segmentierung und Marginalisierung.

Beratungsnetzwerk

In der Lehrerbildung stellen die Durchführung von Eignungsverfahren und die Beratung eine Notwendigkeit dar. Sie unterstützen einerseits am Lehramtsstudium interessierte Personen in ihrer Studienwahl.  Andererseits trägt die begleitende Beratung wesentlich dazu bei, dass Studierende ihr Lehramtsstudium erfolgreich durchlaufen und auch abschließen. Das Beratungsnetzwerk verbindet alle für Lehramtsstudierende relevanten Akteure und schafft somit ein umfassendes Beratungsangebot. Das SKILL-Beratungsnetzwerk wird durch die speziell für die Lehrerbildung geschaffene Fachstelle für Studierendenberatung und das Eignungsberatungsverfahren "PArcours" entwickelt.

Fachstelle für Studierendenberatung

Beratung in der Lehrerbildung ist unter anderem durch segmentierte Zuständigkeiten kompliziert. Der professionsbezogenen Beratung kommt außerdem wegen des enger werdenden Lehrerarbeitsmarktes und der Erfordernis einer polyvalenten Lehrerbildung stetig wachsende Bedeutung zu. Im Rahmen von SKILL wurde daher eine Fachstelle für Studierendenberatung am Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik aufgebaut. Sie koordiniert sie das Beratungsnetzwerk Lehramt und erweitert das Informationsangebot an der Universität Passau.

Eignungsberatungsverfahren "PArcours"

Im Jahr 2009 wurde am Lehrstuhl für Schulpädagogik das eintägige Eignungsverfahren "PArcours" entwickelt. Dabei absolvieren angehende Lehramtsstudierende mehrere Übungen im Zuge dessen für das Lehramtsstudium und den Lehrberuf erforderliche Kompetenzen erfasst werden. Basierend auf den empirischen Ergebnissen erfolgt eine umfassende Beratung der Studierenden bezüglich der Passung zwischen ihren Kompetenzausprägungen und den Anforderungen im Studium und Beruf. Weiter werden Maßnahmen zur Kompetenzförderungen mit den Studierenden festgelegt, und die individuelle Kompetenzentwicklung wird gemeinsam mit der Fachstelle für Studierendenberatung begleitet.

Lehramtstypen, die das Vorhaben betrifft

  • Lehrämter der Grundschule bzw. Primarstufe
  • Lehrämter für alle oder einzelne Schularten der Sekundarstufe I
  • Lehrämter der Sekundarstufe II [allgemeinbildende Fächer] oder für das Gymnasium

Partner innerhalb der Hochschule

Die verschiedenen Stellen von SKILL arbeiten auf universitärer Ebene mit unterschiedlichen Partnern zusammen, um zum Abbau der Marginalisierung der Lehramtsstudiengänge beizutragen. So werden beispielsweise im Beratungsnetzwerk alle Initiativen der Studienberatung - auch studentische Initiativen - zusammengeführt und erarbeiten ein gemeinsames Konzept, das die studiengangsbezogene Beratung im Lehramt verbessern wird. Auch die Fachstelle für Qualitätsentwicklung arbeitet mit dem zentralen Qualitätsmanagement und den zentralen Einrichtungen der Universität Passau zusammen, um die Lehrerbildung thematisch stärker in deren Aufgabenbereiche einzubinden.

Projekt- und teilprojektbezogene Kooperationen zwischen Fachwissenschaft, Fachdidaktik, Bildungswissenschaften

Unter dem übergreifenden Anspruch, innovative inter- und transdisziplinäre Lehrformate zu entwickeln, umfasst das Projekt mehrere Fachverbünde aus unterschiedlichen (Teil-)Disziplinen. Sie haben sich unter einer jeweils gemeinsamen Entwicklungsfragestellung in Bezug auf die De-Fragmentierung zusammengeschlossen. Im Didaktischen Labor erproben die Teilprojekte innovative Lehr-Lern-Konzepte in folgenden Bereichen:

Germanistik

Der Fachbereich reflektiert Prozesse von Kompetenzerwerb, Wissenstransformation und Wissenstransfer. Die Forschungsergebnisse und die gemeinsame hochschuldidaktische Qualifizierung sollen die Fachkultur an der Universität Passau nachhaltig verändern und auch in die Lehrerfortbildung einfließen.

Information and Media Literacy

Bildung für die vernetzte Gesellschaft bildet einen Schwerpunkt der Universität Passau, mit dem die Lehrerbildung bisher nur unzureichend verknüpft war. Im Fächerverbund aus

  • Mediensemiotik und Medienpädagogik,
  • Informatik und Didaktik der Informatik,
  • Amerikanistik, Cultural Studies und Geschichtsdidaktik sowie
  • Kunstpädagogik

werden Verbundseminare angeboten, die die Lehramtsstudierenden im Bereich Information and Media Literacy weiterqualfizieren. Seit dem Sommersemester 2018 kann die Teilnahme an den Veranstaltungend des Teilprojekts durch ein Zertifikat abgeschlossen werden.

Ziel des Teilprojekts

Die Informations-, Wissens- und Mediengesellschaft stellt die Lehrerbildung vor eine große Herausforderung. Diese Gegebenheit adressierend, möchte das IML-Projekt den kompetenten Umgang mit Informationen, Medien und Wissen zu einem zentralen Element der universitären Lehrerbildung entwickeln. Ziel des Teilprojekts ist es hierbei, die bestehende Fragmentierung in diesem Themenfeld durch die interdisziplinäre und überfakultäre Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen zu überwinden. 

Überblick über Maßnahmen des Teilprojekts

In gemeinsamen Grundlagenveranstaltungen werden notwendiges Grundwissen und methodische Fertigkeiten im Umgang mit Medien, Technik und Informationen vermittelt. In den anschließenden IML-Verbundseminaren werden die Lehramtsstudierenden dann dazu befähigt, Informationen zu beschaffen, zu ordnen, zu bewerten und in eigenes Wissen zu überführen. Dabei werden auch die fachspezifisch unterschiedlichen Voraussetzungen von Wissen, die Besonderheiten seiner medialen Repräsentation und seine soziale, historische, politische und kulturelle Überformung berücksichtigt. Die Lehramtsstudierenden werden nicht zuletzt durch handlungsorientierte Zugänge in die Lage versetzt, technische Vorgehensweisen zum reflektierten und kreativen Gestalten von didaktischen Konzepten zu nutzen. In einer dritten Praxisphase wird das erworbene Wissen dann im Didaktischen Labor zum Einsatz gebracht.

Diese Maßnahmen werden in einem Zertifikat zusammengefasst, das Qualitätsstandards der Information and Media Literacy für Lehrende formuliert und umsetzt, können jedoch auch außerhalb des Zertifikats im Rahmen des Lehramtsstudiums eingebracht werden.

Kunst, Musik, Sport (Bereich Basisqualifikation)

Das Lehrprojekt strebt die Entwicklung eines neuen Lehr-Lern-Formats im Rahmen des regulären Lehramtsstudiums an, das durch eine fächerübergreifende Verbindung fachdidaktischer Studieninhalte der Fächer Kunst, Musik und Sport gekennzeichnet ist. Dadurch sollen die Fachkompetenzen und die Selbstwirksamkeitserwartung in den nicht beziehungsweise nur gering studierten Fächern gestärkt werden. Darüber hinaus sollen die Studierenden zunehmend selbständig inhaltliche Überschneidungen der beteiligten Fächer erkennen und didaktisch in Form von entwickelten Unterrichtsmaterialien anwenden können.

Mathematik

Das Lehrprojekt strebt - ausgehend von exemplarischer Entwicklung und Evaluation - die Bereitstellung neuer, vernetzender Lehr-Lern-Formate zur Verbindung fachwissenschaftlicher und fachdidaktischer Inhalte im Lehramtsstudium an. Dies geschieht unter Einbeziehung von IT-basierten "Interaktiven Mathematischen Landkarten".

Partner außerhalb der Hochschule

Die Universität Passau hat durch das Zentrum für Lehrerbildung und Fachdidaktik bereits verschiedene Projekte mit Schulen in der Umgebung durchgeführt. Neben innovativen Praktikumsmodellen wurden bisher vor allem Lehrprojekte unter dem Motto "Uni in der Schule" durchgeführt. Für die Arbeit im Didaktischen Labor sind nun "Schule in der Uni"-Projekte mit Schülergruppen und Studierenden sowie Lehrerfortbildungsveranstaltungen geplant.

Hierzu kooperiert SKILL bereits mit den Staatlichen Schulämtern in der Stadt und im Landkreis Passau sowie mit den folgenden Partnerschulen.

  1. Gymnasium Leopoldinum
  2. Gisela-Schulen Passau
  3. Dreiflüsse Realschule Passau
  4. Mittelschule Fürstenzell
  5. Grund- und Mittelschule Eging am See (Referenzschule für Medienbildung)
  6. Grundschule Iggensbach
  7. Waldkindergarten "Frischluft"

 

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