Projekte

In der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung derzeit 49 Projekte. An sechs dieser Projekte sind mehrere Hochschulen beteiligt. Insgesamt machen 59 Hochschulen in allen Ländern mit. Im Folgenden können Sie die Projekte über eine Deutschlandkarte, über eine Liste oder mit Hilfe einer Suchfunktion aufrufen.

FDQI-HU

Fachdidaktische Qualifizierung Inklusion angehender Lehrkräfte an der Humboldt-Universität zu Berlin

Zusammenfassung

FDQI-HU zielt auf eine Vernetzung und Weiterentwicklung vorhandener hochschuldidaktischer Kompetenzen in den Bereichen Rehabilitationswissenschaft, allgemeine Didaktik, Fachdidaktik und Sprachbildung ab. Die Fächer Englisch, Latein, Informatik, Geschichte und Arbeitslehre stehen dabei im fachdidaktischen Fokus. Durch die Einrichtung von Promotions- und Post-Doc-Stellen sowie durch Mitarbeiter*innen mit schulpraktischer Erfahrung werden Lehrveranstaltungen auf der Grundlage didaktischer heterogenitätssensibler Modelle entwickelt und in Tandems erprobt. Als theoretische Grundlage der Seminare dient das im Rahmen des Projekts entwickelte "didaktische Modell für inklusives Lehren und Lernen" (vgl. http://www.hu-berlin.de/fdqi/modell).

Die Stellen der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen wurden an z.T. bereits vorhandenen Entwicklungsprojekten bzw. neu zu etablierenden Arbeitseinheiten in den Grundschuldidaktiken, den Fachdidaktiken, der Sprachbildung und den Rehabilitationswissenschaften angesiedelt und unter dem Dach der PSE als Netzwerk FDQI-HU miteinander verbunden. Die Dokumentation der entwickelten Modelle sowie deren Wirksamkeitsprüfung bezüglich einschlägiger Kompetenzentwicklungen und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen der Studierenden erfolgt unter Nutzung der projektbezogenen Online-Plattform sowie durch Publikation der im Projekt angesiedelten Qualifizierungsarbeiten. Überdies kann FDQI-HU auf umfassende Vorarbeiten und eine breite wissenschaftliche Expertise der Akteur*innen an der HU und darüber hinaus zurückgreifen.

Die Entwicklung hochschuldidaktischer Lehr-Lernformate im Projekt FDQI-HU wird wie folgt vorgenommen: In Seminarkooperationen bereits entwickelte Lehr-Lernformate werden als Modelle für die erste Projektphase exemplarisch zugrunde gelegt, beteiligte Akteur*innen sind in das Projekt eingebunden. Die laufende Dokumentation des Vorhabens erfolgt über die an der PSE angesiedelte Post-Doc-Stelle in der Online-Plattform sowie im Rahmen einer Qualifikationsarbeit. Zwischenergebnisse des Vorhabens sowie Weiterentwicklung werden laufend auf Tagungen zur Diskussion gestellt.

Struktur und Organisation (Arbeitsbereiche)


Prof. Dr. Eva Inés Obergfell

Vizepräsidentin für Lehre und Studium

vpl@hu-berlin.de


Prof. Dr. Vera Moser
Wissenschaftliche Leiterin

vera.moser@hu-berlin.de
(030) 2093-4332
Sitz: Georgenstraße 36, Raum 516


Prof. Dr. Detlef Pech
Wissenschaftlicher Leiter

detlef.pech@hu-berlin.de
(030) 2093-4185
Sitz: Geschwister-Scholl-Straße 7, Raum 4.23


​​​​Dr. Kristina Hackmann
Projektleitung

kristina.hackmann@hu-berlin.de
(030) 2093-70803
Sitz: Hausvogteiplatz 5-7, Raum 108


​​​​Anne Becker
Wissenschaftliche Projektkoordinatorin

anne.becker.1@hu-berlin.de
(030) 2093-70783
Sitz: Hausvogteiplatz 5-7, Raum 115a


Dr. Julia Frohn (in Elternzeit)
Wissenschaftliche Projektkoordinatorin

julia.frohn@hu-berlin.de
(030) 2093-92361
Sitz: Hausvogteiplatz 5-7, Raum 207


Laura Röbenack (geb. Röder)
Assistentin d. Projektkoordinatorin

laura.roebenack@hu-berlin.de
​(030) 2093-92360
Sitz: Hausvogteiplatz 5-7, Raum 201


Laura Rödel (geb. Hahn)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin/ Sprachbildung

laura.roedel@hu-berlin.de
​(030) 2093-92363
Sitz: Hausvogteiplatz 5-7, Raum 209


Dr. Lena Schmitz (in Elternzeit)
Wissenschaftliche Mitarbeiterin/ Evaluation

lena.schmitz@hu-berlin.de
(030) 2093-91309
Sitz: Hausvogteiplatz 5-7, Raum 209


Dr. Ellen Brodesser
Wissenschaftliche Mitarbeiterin/ Evaluation (Vertretung von Dr. Lena Schmitz)

ellen.brodesser@hu-berlin.de
​(030) 2093-70816
Sitz: Hausvogteiplatz 5-7, Raum 209


Dietlind Gloystein
Wissenschaftliche Mitarbeiterin/ Rehabilitationswissenschaften

dietlind.gloystein@hu-berlin.de
​(030) 2093-4373
Sitz: Georgenstraße 36, Raum 507


Dr. Nena Welskop
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

nena.welskop@hu-berlin.de
(030)2093-92361
Sitz: Hausvogteiplatz 5-7, Raum 210


Didaktik der alten Sprachen

Prof. Dr. Stefan Kipf
stefan.kipf@staff.hu-berlin.de
​(030) 2093-70424
Sitz: Unter den Linden 6, Raum 3066

 

Ann Catherine Liebsch

ann-catherine.liebsch@hu-berlin.de
(030) 2093-70423
Sitz: Unter den Linden 6, Raum 3066a


Fachdidaktik Englisch

Prof. Dr. Stephan Breidbach
stephan.breidbach@staff.hu-berlin.de
(030) 2093-2768
Sitz: Unter den Linden 6, Raum 3019

 

Janna Buck
Janna.Buck@hu-berlin.de
(030) 2093-2533
Sitz: Unter den Linden 6, Raum 3011


Fachdidaktik Geschichte

Prof. Dr. Thomas Sandkühler
thomas.sandkuehler@geschichte.hu-berlin.de
(030) 2093-70600
Sitz: Friedrichstraße 191-193, Raum 5073

 

Fabian Eckert
eckertfx@hu-berlin.de
(030) 2093-70601
Sitz: Friedrichstraße 191-193, Raum 5074


Fachdidaktik Informatik

Prof. Dr. Niels Pinkwart
pinkwart@informatik.hu-berlin.de
(030) 2093-3124
Sitz: Rudower Chaussee 25, Raum 3.403

 

Yasmin Patzer
patzer@informatik.hu-berlin.de
(030) 2093-3176
Sitz: Rudower Chaussee 25, Raum 3.407

 

Geplante Transferangebote

Eine wissenschaftliche Verwertung der Projektergebnisse und -konzeption wird in Form von Qualifikationsarbeiten zur Etablierung fachdidaktischer Qualitätsmerkmale inklusiven Unterrichts in der Qualifikation zukünftiger Lehrerinnen und Lehrer angestrebt. Wissenschaftlich werden die Ergebnisse außerdem in Form von Publikationen zur hochschuldidaktischen Qualifizierung im Kontext von Inklusion verwertet. Ausgehend von den Befunden des Projekts wird darüber hinaus eine Vernetzung von weiteren Forschungsaktivitäten im Themenfeld fachdidaktischer und inklusionsbezogener Aspekte sowie deren Implementation angestrebt.

Lehramtstypen, die das Vorhaben betrifft

  • Lehrämter der Grundschule bzw. Primarstufe
  • Lehrämter der Sekundarstufe II [allgemeinbildende Fächer] oder für das Gymnasium
  • Lehrämter der Sekundarstufe II [berufliche Fächer] oder für die beruflichen Schulen

Promotionsvorhaben

Didaktik der alten Sprachen

Monitoring und Sprachbildung im Lateinunterricht (MuSiL)

Im Zentrum des Promotionsvorhabens steht die theoretische Modellierung eines didaktischen Konzepts, das Sprachbildung für alle Schülerinnen und Schüler zum Herzstück eines modernen, auf eine sprachlich heterogene Schülerklientel eingestellten Lateinunterrichts macht.

Vor dem Hintergrund der sog. Monitor-Hypothese sollen bei der Entwicklung des Konzepts folgende Begriffe von zentraler Bedeutung sein, die essentielle Arbeitsfelder des Lateinunterrichts berühren und für die Implementierung sprachbildender Aspekte ideale Anknüpfungspunkte bieten: Sprachproduktion und Sprachvergleich.

Die gründliche wissenschaftliche Aufbereitung dafür relevanter Aspekte aus Spracherwerbsforschung, moderner Fremdsprachendidaktik und Deutsch als Zweitsprache sowie die Weiterentwicklung der Erkenntnisse aus dem Pons Latinus-Projekt sollen dafür als Grundlage dienen.

Auf dieser Basis werden Materialien für die Anwendung in Schule und universitärer Lehre entwickelt, deren Wirksamkeit ggf. an geeigneter Stelle empirisch erprobt werden soll; dafür können sowohl bestehende Schulkooperationen genutzt als auch die Zusammenarbeit mit dem Arbeitsbereich Deutsch als Zweitsprache vertieft werden.

Hochschullehrer: Prof. Dr. Stefan Kipf
Promovendin: Ann Catherine Liebsch


Fachdidaktik Englisch

Potenzial von dramapädagogischen Methoden für einen inklusiven Englischunterricht

In Anlehnung an wissenschaftliche Erkenntnisse zum Einsatz von dramapädagogischen Methoden für einen individualisierten, handlungsorientierten sowie ganzheitlichen Unterricht (z.B. Spolin 1986, Hallet/ Surkamp 2015) beruht das Projekt auf der Grundannahme, dass ein dramapädagogisch inspirierter Fremdsprachenunterricht (FSU) durch innovative Zugänge und erweiterte Formen der Partizipation seine Schülerinnen und Schüler, insbesondere auch diejenigen, die in ihrer Artikulationsfähigkeit und ihren Sinneswahrnehmungen (schwer) beeinträchtigt sind oder die migrationsbedingte Sprachschwierigkeiten haben, zu einer stärkeren Teilhabe am Diskurs im FSU befähigt.

Das Forschungsprojekt zielt darauf ab, das Potenzial von dramapädagogischen Methoden für den FSU beispielhaft am inklusiven Englischunterricht in der Primar- und Sekundarstufe zu untersuchen. Im Vordergrund steht die Analyse von Partizipationsgelegenheiten und -strukturen für Lernende. Zu diesem Zweck werden die folgenden Arbeitsschritte durchlaufen:

Zentrale Arbeitsschritte: Entwicklung des hochschuldidaktischen Seminars - Durchführung des Seminars (M.Ed., Modul 6) - Implementierung und Datenerhebung - Analyse und Evaluation der Daten       

In Zusammenarbeit mit der Rehabilitations- und Grundschulpädagogik sowie den Kooperationsschulen wird im ersten Semester der Projektlaufzeit (01/2016 – 06/2019) ein hochschuldidaktisches Seminarkonzept für einen dramapädagogisch ausgerichteten inklusiven Englischunterricht entwickelt. Das hochschuldidaktische Seminar ist in Modul 6 (Aufbaumodul Fachdidaktik) des M.Ed. Englisch verankert und wird im WS 2016/17 erstmals angeboten.

Im ersten Durchgang soll es auch von Lehrenden der Kooperationsschulen besucht werden und ihnen als Fortbildungsmaßnahme in dramapädagogischer Didaktik und Methodik des Fremdsprachenunterrichts dienen. In den darauffolgenden Durchgängen soll es den Studierenden – im Sinne des forschenden Lernens – Einblicke in den jeweiligen Stand des parallel ablaufenden Lehrforschungsprojekts sowie Mitarbeit an Teilaspekten des Projekts ermöglichen.

Im dritten Projektsemester beginnt die Implementierung der im Seminar erarbeiteten Methoden durch die Lehrkräfte an den Kooperationsschulen. Sie wird von der/dem Projektbearbeiter*in ggf. unter Beteiligung von Studierenden wissenschaftlich begleitet. Geplant ist dabei ein Forschungsdesign, das rekonstruktive und hypothesenprüfende Verfahren (z.B. Unterrichtsbeobachtungen, Befragungen und Lernstanderhebungen/ Kompetenzmessungen in Form von Prä- und Posttests) kombiniert.

Ab dem fünften Semester erfolgen die Analyse und Evaluation der Daten, die Verschriftlichung der Projektergebnisse sowie ggf. die Auswertung der Ergebnisse für eine Folgestudie z.B. im Rahmen eines Folgeantrags.

Hochschullehrer: Prof. Dr. Stephan Breidbach
Promovendin: Janna Buck


Fachdaktik Geschichte

Inklusiver Fachunterricht und gemeinsames historisches Lernen durch adaptive Lernmedien

Der Promovend entwickelt in Kooperation mit dem Arbeitsbereich Didaktik der Informatik ein adaptives Lernmedium zur Berliner Stadtgeschichte. Bestandteile des Projektes sind die didaktisch begründete inhaltliche Entwicklung, die Begleitung der technischen Umsetzung und die Erarbeitung eines Curriculums für das inklusive historische Lernen mit dem neu erarbeiteten Medium.

Im Vorfeld müssen der wissenschaftliche Diskussionsstand einschließlich der Rezeptionsforschung umfassend aufgearbeitet sowie eine Evaluation bisheriger Lernmedien für inklusives historisches Lernen vorgenommen werden, um Desiderate gezielt bearbeiten zu können. Das Lernmedium, eine App, muss im Entstehungs- und Implementierungsprozess evaluiert und als Lehr- und Lernformat im Rahmen des erwähnten fachdidaktischen Curriculums auf inklusives historisches Lernen systematisch bezogen werden. Hierbei soll von bestehenden Kooperationen mit Rehabilitationspädagog*innen der Humboldt-Universität und Partnerschulen Gebrauch gemacht werden.

Hochschullehrer: Prof. Dr. Thomas Sandkühler
Promovend: Fabian Eckert


Fachdaktik Informatik

Adaptive Lernmedien für selbstgesteuertes und gemeinsames Lernen in heterogenen Lerngruppen

Sowohl Phasen der individuellen Schüleraktivität als auch Gruppenarbeitsphasen sind zentrale Gestaltungselemente von Unterricht – beide sind auch grundsätzlich gut zur Differenzierung und damit für den Umgang mit Heterogenität geeignet. In diesen schülerzentrierten Ansätzen sind die verwendeten Lernmaterialien insbesondere hinsichtlich der Unterstützung von heterogenen Lerngruppen wichtig – sie sollten für alle Lernenden „passen“.

Digitale Lernmaterialien bieten prinzipiell diese Möglichkeit der Anpassung auf spezielle Lerner_innen, etwa hinsichtlich der Darbietungsform von Inhalten (z.B. Audio vs. Bild vs. Text), der Komplexität der Darstellung (z.B. leichte Sprache) und den Eingabemöglichkeiten (z.B. bei körperlichen Behinderungen).

Der Ansatz dieses Projektes zielt genau darauf ab: es soll ein interdisziplinäres didaktisches Modell und eine korrespondierende technische Lösung zur Unterstützung selbstgesteuerter und kollaborativer Lernprozesse unter Nutzung adaptiver Lernmedien in heterogenen Lerngruppen entwickelt und exemplarisch für das Fach Informatik erprobt werden.

Als erster Schritt wird dabei individuelle Schüler*innenaktivität betrachtet. Hier existieren zwar einige technische Standards zur Barrierefreiheit von Informationsangeboten, jedoch berücksichtigen diese die speziellen Anforderungen von Szenarien selbstgesteuerten Lernens nicht. Gerade selbstgesteuertes Lernen benötigt z.B. individualisiertes Feedback – dies ist in den existierenden allgemeinen Standards nicht berücksichtigt.

Ein zweiter Schwerpunkt im Projekt wird die nachgelagerte Betrachtung von kollaborativen Lernarrangements in inklusiven Lernräumen sein. Dieser Bereich ist bislang kaum erforscht. Zwar gibt es im Forschungsfeld des Computer Supported Collaborative Learning zahlreiche Erkenntnisse zu Klassenraumeinsätzen digitaler Lern- und Kommunikationsmedien, heterogene Lerngruppen und insbesondere Inklusionsaspekte wurden dabei allerdings kaum berücksichtigt.

Hochschullehrer: Prof. Dr. Niels Pinkwart
Promovendin: Yasmin Patzer

Projekt- und teilprojektbezogene Kooperationen mit Akteuren der zweiten und/oder dritten Phase der Lehrerbildung

Als Gemeinschaftsvorhaben der Projekte „FDQI-HU“ (Berlin) und „PSI“ (Potsdam) führten Dr. Julia Frohn und Dr. Karsten Krauskopf explorative Erhebungen in der zweiten Phase der Lehrkräfteausbildung in Berlin und Brandenburg durch. Hier gaben Fach- und Hauptseminarleiter*innen, die sich in beiden Ländern jeweils zu einer „Arbeitsgruppe Inklusion“ zusammengeschlossen haben, in Gruppeninterviews Auskünfte zu den Bedarfen hinsichtlich einer heterogenitätssensiblen Lehrer*innenbildung im Vorbereitungsdienst.

An der Professional School of Education der Humboldt-Universität zu Berlin kamen daraufhin am 17. November 2017 Vertreter*innen der Projekte „FDQI-HU“ (Berlin), „PSI“ (Potsdam), „ProfaLe“ (Hamburg), „Bi Professional“ (Bielefeld), „Zukunftszentrum Lehrerbildung“ (Lüneburg), „PROFJL“ (Jena) und „KALEI“ (Halle/Salle) zusammen, um auf Basis dieser Erhebungen gemeinsam Leitfragen an die gegenwärtige Lehrer*innenbildung zu formulieren.