Projekte

In der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung derzeit 49 Projekte. An sechs dieser Projekte sind mehrere Hochschulen beteiligt. Insgesamt machen 59 Hochschulen in allen Ländern mit. Im Folgenden können Sie die Projekte über eine Deutschlandkarte, über eine Liste oder mit Hilfe einer Suchfunktion aufrufen.

Schnittstellen

Schnittstellen gestalten – das Zukunftskonzept für die Lehrerbildung an der Universität Bremen

Zusammenfassung

In der Lehrerbildung wird bislang häufig partikulares anstelle von vernetztem Wissen vermittelt; zentrale Schnittstellen zwischen den beteiligten Disziplinen (Fachdidaktiken, Fachwissenschaften und Erziehungswissenschaften) ebenso wie zwischen Theorie und Praxis werden bisher zu wenig aufeinander bezogen. Nur vernetztes Wissen ermöglicht jedoch den Auf- und Ausbau komplexer professioneller Reflexions- und (komplementär dazu) Handlungskompetenz. Das Projekt „Schnittstellen gestalten“ zielt auf die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte als Reflective Practitioner, die beide Schnittstellen (er-)kennen, kritisch reflektieren und für ihr professionelles Handeln produktiv nutzen. Vor diesem Leitbild sind die vier Teilprojekte FIT - Forschungswerkstatt integriert, p:ier - Portfolio, Studien-Praxis-Projekte und Spotlights Lehre konzipiert. Diese setzen schwerpunktmäßig in der ersten Phase (Lehrerbildung an der Universität) an, beziehen jedoch die zweite und dritte Phase sowie außeruniversitäre Akteure der Lehrerbildung mit ein. Das Arbeitsprogramm in den vier Teilprojekten folgt den Schritten Konzeption, Implementierung und Institutionalisierung. In der Institutionalisierungsphase wird die dauerhafte Verankerung des Projektes in die Strukturen der Universität sichergestellt. Im Kolleg „Reflective Practice“, dem alle an den Teilprojekten beteiligten Personen angehören, werden die Teilprojekte regelmäßig besprochen und damit die Einbindung in das Gesamtprojekt gewährleistet. Der Lenkungskreis (bestehend aus vier Teilprojektverantwortlichen, dem Konrektor für Lehre und Studium  sowie der Direktorin und dem Geschäftsführer des Zentrums für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung) ist zuständig für die Evaluation und die Steuerung der Qualitätsoffensive. Diese Aufgabe wird durch die Gesamtkoordination sowie durch die Einrichtung einer Stelle „Qualitätsmanagement" unterstützt.

Struktur und Organisation (Arbeitsbereiche)

Für die universitätsinterne Schnittstellengestaltung hat sich die im Projekt-Antrag skizzierte und inzwischen erfolgreich etablierte Projektstruktur als äußerst förderlich erwiesen. Das Projekt ist im Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZfLB) angesiedelt und wird geleitet von der Direktorin des ZfLB, Prof. Dr. Sabine Doff.

Mehr als 50 Angehörige der Universität Bremen aus allen lehrerbildenden Fachbereichen für allgemein bildende Schulen sowie aus dem ZfLB und dem Zentrum für Multimedia in der Lehre (ZMML) engagieren sich im Projekt.

Die Steuerung des Projektes erfolgt zum einen durch den Lenkungskreis, dem neben der Hochschulleitung (Konrektor für Lehre und Studium, Prof. Dr. Thomas Hoffmeister) und der Projektleiterin (Prof. Dr. Sabine Oda Doff), die fünf Teilprojektverantwortlichen (siehe im Einzelnen unten), der Leiter des ZMML (Prof. Dr. Karsten D. Wolf), der Geschäftsführer des ZfLB (Moritz Jörgens) sowie die Projektkoordinatorin (Dr. Marion Wulf) und der Mitarbeiter für Evaluation (Dr. Christoph Duchhardt) angehören. In Rücksprache mit der Hochschulleitung ist der Lenkungskreis für die strategische Planung, Adaption und ggf. Neuausrichtung des Projektverbundes zuständig. Der Lenkungsausschuss tritt innerhalb der Vorlesungszeit monatlich zusammen; bei Bedarf werden Sondersitzungen auch in der vorlesungsfreien Zeit einberufen.

Zum anderen wird die erfolgreiche Umsetzung des Gesamtprojektes begleitet und gewährleistet durch das am ZfLB angesiedelte „Kolleg Reflective Practice“. Das Kolleg setzt sich aus allen am Projekt Beteiligten zusammen, fördert deren inhaltlichen Austausch und begleitet das Projekt während der gesamten Laufzeit in theoretischen und methodischen Fragen. Das Kolleg findet einmal im Semester in Form eines Workshops statt, der themenspezifisch durch externe Expertinnen bzw. Experten unterstützt wird.

Geplante Transferangebote

TP 1 FIT - Forschungswerkstatt integriert: Implementation der Online Kurse „Research in Education“ und damit Stärkung der Forschungsorientierung. Die phasenübergreifende Zusammenarbeit in den Sozietäten und der Expertendialog werden durch eine Publikation als „Bremer Modell der Lehrerinnen- und Lehrerbildung“ bundesweit bekannt gemacht.

TP 2 e-Portfolio: Stärkung der Reflexionsfähigkeit durch eine Theorie-Praxisverzahnung. Das e-Portfolio verbindet die unterschiedlichen Studienelemente der Lehrerbildung und stärkt die Kohärenz der Lehrerbildung.

TP 3 Studien-Praxis-Projekte: Diese Projekte werden als feste Bestandteile im Masterstudium implementiert. Über die Professionalisierungsgewinne nach innen wird als Außenwirkung erwartet, stabile Kooperationen zu Schulen aufzubauen, zur Professionalisierung von Lehrkräften in der Praxis beizutragen, Unterrichtsentwicklungsprozesse zu fördern und die Problemlösungskapazitäten in Schulen zu erhöhen. Befunde und Zwischenergebnisse aus der im Projekt angelegten Begleitforschung in Form der beiden Promotionen sollen auf einschlägigen Fachtagungen (DGfE, GMD, IGSP) vorgestellt werden. In der zweiten Förderphase soll dieses Projekt durch den Aufbau von weiteren Kooperationsbeziehungen für einen größer werdenden Kreis von Studierenden zugänglich gemacht werden.

TP 4 Spotligths Lehre: Studierende der Fachwissenschaften und Fachdidaktiken sollen in diesen Projekten eine Grundhaltung entwickeln, die Fachwissenschaft und Fachdidaktik eng verzahnt und als gewinnbringend für den späteren Lehrberuf ansieht. Das Teilprojekt 4 strebt an, Strategien, Konzeptionen und Best-Practice-Beispiele für die Vernetzung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik in der universitären Lehrerinnen- und Lehrerausbildung zu entwickeln, die auch als Orientierung für andere Fachbereiche und Universitäten dienen können. Im Rahmen der Ausschreibung Spotlights Lehre werden zwei Modellprojekte und zwei Kleinprojekte gefördert:

  • Modellprojekt 1: "Varieties of English in Foreign Language Teacher Education"
  • Modellprojekt 2: "Spotlight Y (Mathematik)"
  • Kleinprojekt 1: „Literaturvermittlung  hoch³“. Literaturvermittlung: Eine gemeinsame Aufgabe für Literaturwissenschaft, Literaturdidaktik und Hochschuldidaktik
  • Kleinprojekt 2: „Dis/ability als Lehr- und Lerngegenstand in den Geistes- und Sozialwissenschaften. Neue Perspektiven für die Lehramtsausbildung"
     

Ergebnisse aus den Teilprojekten werden jährlich auf nationalen oder internationalen Konferenzen vorgestellt und jeweils in mindestens eine Publikation pro Teilprojekt münden. Es entstehen Promotionsarbeiten im Rahmen der WIMI-Stellen.

Lehramtstypen, die das Vorhaben betrifft

  • Lehrämter der Grundschule bzw. Primarstufe
  • Lehrämter für alle oder einzelne Schularten der Sekundarstufe I
  • Lehrämter der Sekundarstufe II [allgemeinbildende Fächer] oder für das Gymnasium

Promotionsvorhaben

Promotionskolleg / Doc Netzwerk

In allen Teilprojekten des BMBF-Projektes ist die Anfertigung von Promotionen (insgesamt neun) vorgesehen. Die meisten Promotionsthemen sind eng an die Inhalte und Ziele des Projektes geknüpft. Um die Promovierenden gut begleiten und inhaltlich sowie methodisch in ihrer Arbeit unterstützen zu können, sie miteinander zu vernetzen und den Kontakt mit den Promovierenden des Graduiertenprogramms „Duale Promotion“ zu fördern, wurde ein am Zentrum für Lehrerinnen-/Lehrerbildung und Bildungsforschung angesiedeltes Promotionskolleg „Schnittstellen gestalten“ ins Leben gerufen. Daraus hat sich im August 2017 das Doc-Netzwerk „Reflective Practitioner in der Lehrer*innenbildung“ gegründet. Begleitet wird das Doc-Netzwerk von Dr. Marion Wulf und durch das Einbringen inhaltlicher Expertise von verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern aus dem Projekt „Schnittstellen gestalten“ sowie durch spezifische Workshop-Angebote.

Promotionsvorhaben im Doc-Netzwerk „Reflective Practitioner in der Lehrer*innenbildung“

Georgia Gödecke: „Entwicklung, Implementierung und Evaluation eines fachspezifischen e-Portfolios in der Didaktik der romanischen Sprachen zur Unterstützung des Praxissemesters“

georgia.goedecke@uni-bremen.de

Betreuer: Prof. Dr. Andreas Grünewald


Stephanie Grünbauer: „Portfolioarbeit mit reflexionsanregenden Lernaufgaben zur Professionalisierung zukünftiger Biologielehrkräfte an der Universität Bremen“

sgruenbauer@uni-bremen.de

Betreuer: Dr. Dörte Ostersehlt


Annika Grünwald: „Die Wechselwirkung zwischen Sprach- und Reflexionsniveau in schriftlichen Reflexionsaufgaben von Lehramtsstudierenden“

annika.gruenwald@uni-bremen.de

Betreuer: Prof. Dr. Sven Nickel


Erik Hanke: "Vorstellungen und Konzeptgebrauch von komplexer Differenzierbarkeit, Holomorphie und komplexer Wegintegration."

erik.hanke@uni-bremen.de

Betreuer: Dr. Ingolf Schäfer


Stefanie Hehner: „The Development of Language Identity in English Teacher Trainees in Germany“

hehner@uni-bremen.de

Betreuer: Prof. Dr. Marcus Callies


Joana Kahlau: „Studentische Professionalisierungsprozesse in Studien-Praxis-Projekten“

kahlau@uni-bremen.de

Betreuer: Prof. Dr. Till-Sebastian Idel


Christina Tietjen: „Ausbildung von Reflexivität in den Studien-Praxis-Projekten als Schlüsselkompetenz für Inklusion“

ctietjen@uni-bremen.de

Betreuerinnen: Prof. Dr. Dagmar Bönig,  Prof. Dr. Natascha Korff

 


Sabrina Tietjen: „Virtual Reality als Körpererfahrung“

sabrina.tietjen@uni-bremen.de

Betreuer: Dr.Tobias Kurwinkel, Prof. Dr. Maria Peters

 


Melanie Zylka: „Implementierung und Evaluation von Unterstützungstools zur Förderung von Reflexionskompetenz. Eine quasi-experimentelle Studie an Lehramtsstudierenden an der Universität Bremen“

zylka@uni-bremen.de

Betreuerinnen: Prof. Dr.Yasemin Walda Karakaşoǧlu, Prof. Dr. Anne Levin

 

Kooperationsprojekt „Duale Promotion“

Zur Stärkung der Lehrerbildung als Querschnittsaufgabe leistet die Universität Bremen einen substantiellen Beitrag in Form der Einrichtung eines innovativen, in Deutschland bislang einzigartigen dualen Qualifizierungsprogramms, das von dem im Rahmen der Exzellenzinitiative finanzierten Zukunftskonzepts geförderten interdisziplinären fachdidaktischen Forschungsverbund „Fachbezogene Bildungsprozesse in Transformation“ erarbeitet wurde (Creative Unit FaBIT, vgl. FaBiT 2016). Das Konzept der Dualen Promotion sieht eine Kombination von zweiter Ausbildungsphase (Referendariat) und fachdidaktischer Promotion in einem Zeitraum von vier Jahren vor. Im Bremer Konzept ist die Duale Promotion an die wissenschaftliche und praktische Maßnahmen verbindende Forschungsmethodologie „Design-Based-Research" gebunden; dadurch werden Synergie-Effekte zwischen Berufsfeld und Forschung (Schnittstelle von Praxis und Theorie) für die Lehrerbildung nutzbar gemacht. Die Universität Bremen finanziert auf Grund der erfolgreichen Einwerbung des BMBF-Projektes „Schnittstellen gestalten“ (Qualitätsoffensive Lehrerbildung) sechs Promotionsstipendien für die erste Kohorte der regulär Dual Promovierenden (Start: 01.10.2016). Ambitionierte Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen erhalten so die Möglichkeit, sich wissenschaftlich und berufsorientiert weiter zu entwickeln, Hochschulen gewinnen perspektivisch (dringend benötigten) qualifizierten Nachwuchs für die Fachdidaktiken und für Schule stehen u. a. für die Übernahme von Leitungsfunktionen sehr gut qualifizierte Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger zur Verfügung. Zum Wintersemester 2016/17 sind die ersten sechs Stipendiatinnen und Stipendiaten in ihre vierjährige duale Promotion in den Fächern Biologie, Deutsch, Kunst, Mathematik, Musik und Spanisch gestartet. In den ersten zehn Monaten konzeptualisieren sie ihre Forschungsvorhaben in enger Verzahnung mit den Schulen. Danach absolvieren sie ihr 18-monatiges Referendariat und erheben gleichzeitig die Daten für ihre Dissertation. In der restlichen Promotionszeit werden die Forschungsergebnisse abschließend bearbeitet.

Wissenschaftlicher Leiter der aktuellen Kohorte: Prof. Dr. Andreas Grünewald (FB 10)

mehr erfahren:  Duale Promotion

Partner außerhalb der Hochschule

Die Senatorin für Kinder und Bildung der Freien Hansestadt Bremen

Die Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien Hansestadt Bremen

Landesinstitut für Schule Bremen

 

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