Projekte

In der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" von Bund und Ländern fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung derzeit 49 Projekte. An sechs dieser Projekte sind mehrere Hochschulen beteiligt. Insgesamt machen 59 Hochschulen in allen Ländern mit. Im Folgenden können Sie die Projekte über eine Deutschlandkarte, über eine Liste oder mit Hilfe einer Suchfunktion aufrufen.

PLUS (Verbund)

Verbundvorhaben: Lehrerbildung PLUS - Professionsorientierte Weiterentwicklung der Lehrerbildung in der Region Stuttgart - Aufbau einer Professional School of Education (PSE)

Zusammenfassung

Das Projekt Lehrerbildung PLUS verfolgt das Ziel, in der Region Stuttgart für alle Studierenden der zum Lehramt führenden Studiengänge ein qualitativ hervorragendes Studienangebot zu etablieren, eine optimale Vorbereitung der angehenden Lehrerinnen und Lehrer vor allem in der ersten Phase der Lehrerbildung sicherzustellen und den lehrerbildenden Standort in der professionsorientierten Forschung und Nachwuchsförderung nachhaltig zu stärken. Die Partnerhochschulen wollen im Rahmen von Lehrerbildung PLUS ihre Kooperation vertiefen und in Form einer Professional School of Education institutionalisieren. Im Verbunddprojekt Lehrerbildung PLUS werden Arbeiten für eine stärkere, professionsorientierte Abstimmung und Verknüpfung des Lehrangebots von Fachwissenschaft und wissenschaftlicher Fachdidaktik sowie Bildungswissenschaften, die Verbesserung des Theorie-Praxis-Bezugs im Bereich der schulpraktischen Studien, die Steigerung der Attraktivität in den MINT-Fächern und die Förderung der Kompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern zum Umgang mit Inklusion und Heterogenität in allen Bereichen des Lehramtsstudiums und für alle Schulformen durchgeführt. Daneben erfolgt die Evaluation von Einzelmaßnahmen sowie Vergleichs- und Effektstudien und die Einbindung der Lehramtsstudiengänge in das Qualitätsmanagementsystem der Universität.

Struktur und Organisation (Arbeitsbereiche)

Das Verbundprojekt wird im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" gefördert. Die Kooperationshochschulen nutzen die Förderung, um in diesen sechs zentralen Handlungsfeldern zusammenzuarbeiten:

MP 1: Aufbau und Organisation einer Professional School of Education (PSE)

Das vorrangige Ziel von Lehrerbildung PLUS besteht in der Weiterentwicklung der fachwissenschaftlichen Ausbildung, der Fachdidaktik und der Bildungswissenschaften durch eine engere Verzahnung der Stärken der beteiligten Verbundpartner. Um dieses Ziel in Studium und Lehre zu verfolgen, wird als zentrale Maßnahme eine Professional School of Education (PSE) aufgebaut.

An diesem Maßnahmenpaket sind alle fünf Partnerhochschulen beteiligt. Es werden die Maßnahmen "Entwicklung einer Governance-Struktur und Aufbau einer kooperativen Geschäftsstelle der PSE" (TP1.1) sowie "Konstituierung und Unterstützung der Fachgruppen" (TP1.2) umgesetzt. Die Leitung des Maßnahmenpakets obliegt Prof. Dr. Cathleen Kantner (Universität Stuttgart) und Prof. Dr. Jörg-U. Keßler (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg).

Weitere Informationen zu den Arbeiten in diesem Maßnahmenpaket finden Sie auf der PSE-Website.

 

MP2: Studium und Lehre / Gemeinsame Studienangebote

Ziel des zweiten Maßnahmenpaketes ist es, unter dem Dach der PSE Studienangebote gemeinsam mit den Verbundpartnern zu konzipieren und umzusetzen.
Im Zentrum unserer Bemühungen steht das Ziel, die Lehramtsstudierenden von der unterschiedlich ausgeprägten fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Expertise der beteiligten Institutionen profitieren zu lassen und sie damit besser auf die komplexen Herausforderungen ihres Berufs vorzubereiten.

In diesem Maßnahmenpaket werden die Maßnahmen "Ausbau der Kooperation in den lehrerbildenden Bachelor-Studiengängen" (TP2.1) sowie "Aufbau gemeinsam angebotener Studiengänge mit Abschluss Master of Education (M.Ed.)" (TP2.2) umgesetzt. Die Leitung des Maßnahmenpakets obliegt Prof. Dr. Cathleen Kantner (Universität Stuttgart) und Prof. Dr. Jörg-U. Keßler (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg).

Weitere Informationen zu den Arbeiten in diesem Maßnahmenpaket finden Sie auf der PSE-Website.

 

MP3: Evaluation und Qualitätssicherung

Die Qualitätssicherung und -entwicklung des Gesamtprojekts wird über zwei Säulen gewährleistet: "Evaluation der PSE: Kooperationseffekte und Kompetenzentwicklung der Studierenden" (TP3.1) und "Qualitätssicherung und (System-)Akkreditierung" (TP3.2).

Im Maßnahmenpaket "Evaluation und Qualitätssicherung" arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Stuttgart und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg zusammen. Die Leitung des Maßnahmenpakets obliegt Prof. Dr. Reinhold Nickolaus (Universität Stuttgart).

Weitere Informationen zu den Arbeiten in diesem Maßnahmenpaket finden Sie auf der PSE-Website.

 

MP4: Schulpraktische Studien

Für die Verbundpartner in Lehrerbildung PLUS ist eine intensive Verknüpfung von Theorie und Praxis von hoher Bedeutung. Die Praxisphasen im Bachelor- und Masterstudium sind ein zentraler Baustein für die Studierenden, um auf den Lehrerberuf vorbereitet zu sein und müssen zusammenhängend konzipiert sowie bildungswissenschaftlich und fachdidaktisch curricular eingebunden sein. Die Vorbereitung, Begleitung und inhaltliche Gestaltung soll für die BachelorPhase schwerpunktmäßig in der gemeinsamen PSE koordiniert werden. Durch die Kooperation mit dem Schulpraxisamt (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg) sowie den SSDL (Universität Stuttgart) und den beteiligten Schulen, die das Praxissemester im Master-Studium betreuen, und weiteren Partnern wird eine breit gefächerte Expertise gewährleistet. Angestrebt werden ein hoher Grad an wissenschaftlich reflektierter Praxis und eine enge Verbindung zur Lehr-Lern-Forschung.

In diesem Maßnahmenpaket arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Stuttgart, der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, der Kunstakademie und der Musikhochschule zusammen: Es werden die Maßnahmen "Schulpädagogische Praxis (Bachelor-Studium)" (TP4.1), "Praxisbegleitung (Master-Studium)" (TP4.2) sowie "Evaluation der Praxisbegleitung" umgesetzt. Die Leitung des Maßnahmenpakets obliegt Prof. Dr. Martin Fromm (Universität Stuttgart) und Prof. Dr. Gabriele Strobel-Eisele (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg).

Weitere Informationen zu den Arbeiten in diesem Maßnahmenpaket finden Sie auf der PSE-Website.

 

MP5: MINT-Cluster (Naturwissenschaftlich-Technisches Lernen)

Ziel des Maßnahmenpakets 5 ist es, sowohl den Studierenden an allen beteiligten Standorten ein optimales Umfeld für ihr Lehramtsstudium in den MINT-Fächern zu bieten als auch – durch die attraktiven Studienbedingungen in Verbindung mit außenwirksamen Maßnahmen, beispielsweise im Rahmen des Schülerforschungscampus der Universität Stuttgart – in verstärktem Maße geeigneten Nachwuchs zu gewinnen. Hierzu arbeiten die Fachdidaktikerinnen und -didaktiker an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg mit den Fachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern an der Universität Stuttgart bzw. Universität Hohenheim (im Fach Biologie) eng zusammen, um ihre Kompetenzen komplementär zu ergänzen und auszutauschen, so dass den Studierenden an jedem Standort ein exzellentes, alle Aspekte des MINT-Lehramts abdeckendes Gesamtangebot geboten werden kann. Dies soll im Studienbetrieb grundlegende Kompetenz in aktuellen Forschungsfragen und -feldern des Fachs und in der jeweiligen Fachdidaktik bündeln.

Im Maßnahmenpaket "MINT-Cluster (Naturwissenschaftlich-Technisches Lernen)" arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Universität Stuttgart (US), der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg (PL) und der Universität Hohenheim (UH) zusammen: Es werden die Maßnahmen "Öffnung fachwissenschaftlicher Angebote US und UH für PL, Entwicklung geeigneter Veranstaltungsformate" (TP5.1), "Forschendes Lernen; kumulatives Lernen physikalischer Basiskonzepte" (TP5.2), "Weiterentwicklung der Fachdidaktik NwT (Sek II)" (TP5.3) sowie "Ausbau und Weiterentwicklung der Fachdidaktik Mathematik und Physik (Gym)" (TP5.4) umgesetzt. Die Leitung des Maßnahmenpakets obliegt Prof. Dr. Bernd Zinn (Universität Stuttgart).

Weitere Informationen zu den Arbeiten in diesem Maßnahmenpaket finden Sie auf der PSE-Website.


MP6: Inklusive Bildung und Heterogenität

Den Zielsetzungen im MP 6 liegt ein weiter Inklusionsbegriff (vgl. UNESCO 2014) zugrunde, der im Sinne des Universal Designs nicht einzelne ausgewählte Aspekte fokussiert und von einem ressourcen- statt defizitorientierten Verständnis von Differenz sowie einem prozessualen Konzept von Inklusion ausgeht.

Die Herausforderungen der inklusiven Bildung in der Lehrerbildung sollen mit vielfältigen disziplinspezifischen Perspektiven (z.B. EWI, SoPäd, FW, FD) im Rahmen der PSE und dem Projekt „Lehrerbildung PLUS“ in einem Diskurs zu einem Gesamtkonzept zur Inklusion in Lehre, Forschung und Weiterbildung führen.

Im Maßnahmenpaket "Inklusive Bildung und Heterogenität" arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg und der Universität Stuttgart zusammen: Es werden die Maßnahmen "Aufbau Basismodul „Inklusive Bildung“ für gemeinsame Studiengänge" (TP6.1), "Vertiefung und fachdidaktische Verankerung von Inklusion und Heterogenität" (TP6.2) sowie "Aufbau einer Arbeitsstelle Inklusive Schulpädagogik" (TP6.3) umgesetzt. Die Leitung des Maßnahmenpakets obliegt PD Dr. Sven Sauter (Pädagogische Hochschule Ludwigsburg).

Weitere Informationen zu den Arbeiten in diesem Maßnahmenpaket finden Sie auf der PSE-Website.

Geplante Transferangebote

Die Lehramtsstudierenden profitieren insbesondere durch die strukturelle Koordination und Kooperation der Verbundhochschulen in der neuen Professional School of Education, die sowohl inhaltlich als auch organisatorisch abgestimmte Lehrangebote und wissenschaftlich begleitete Praxisphasen bietet. Die Fachgruppen vertiefen den fachlichen Diskurs und Kolleginnen und Kollegen bilden sich weiter. Im MINT Bereich werden wichtige Ansätze zu Forschendem Lernen, Kumulativem Lernen und zur Auseinandersetzung mit physikalischen Basiskonzepten implementiert, die Fachdidaktiken NwT, Physik und Mathematik weiterentwickelt und die Zusammenarbeit zwischen den Lehrerbildungsphasen intensiviert. In den Fächern Deutsch, Sport und Wirtschaftswissenschaften werden exemplarisch Module für eine Fachdidaktik entwickelt und evaluiert, die Heterogenität fokussieren und Modellcharakter haben sollen. Mit dem Diagnosetool (Fach WiWi) zur Erfassung diagnostischer Kompetenzen wird ein Element bereitgestellt, das in validierter Form für alle einschlägigen Standorte in Bezug auf inklusionsrelevante Kompetenzen von Interesse ist. Von den Forschungsarbeiten sind Ausstrahlungen auf weitere Studiengänge zu erwarten (z.B. bei der Erfassung des Professionswissens angehender Lehrkräfte im naturwiss.-techn. Bereich). Durch die enge Zusammenarbeit und den Austausch sollen neue, auch international reflektierte Erkenntnisse entstehen und in die Praxis der Lehrerbildung und der Unterrichtsgestaltung einfließen.

Lehramtstypen, die das Vorhaben betrifft

  • Lehrämter für alle oder einzelne Schularten der Sekundarstufe I
  • Lehrämter der Sekundarstufe II [allgemeinbildende Fächer] oder für das Gymnasium