Projektauswahl

Insgesamt haben sich 85 Hochschulen an der 1. Förderphase der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" beteiligt. Mit den 49 ausgewählten Projekten kommen nun 59 Hochschulen in das Programm.

Über die Auswahl der 49 Projekte entschied für die beiden Bewilligungsrunden im Februar und September 2015 ein 18-köpfiges Auswahlgremium: Zwölf Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Studierendenschaft und der schulpraktischen Professionalisierung sowie zwei Vertreterinnen und Vertreter des Bundes und vier der Länder, von denen zwei der Hochschulseite und zwei der Schulseite angehören. Den Vorsitz des Auswahlgremiums haben Prof. Dr. Manfred Prenzel, Technische Universität München und ehemaliger Vorsitzender des Wissenschaftsrates sowie Prof.‘in Dr. Cornelia Gräsel, Bergische Universität Wuppertal.

Auswahl der Projekte

Die Auswahl der Projekte erfolgte nach fachlicher Qualität.

thinkstock

Die Förderkonzepte wurden in einem wissenschaftsgeleiteten Verfahren nach fachlichen Gesichtspunkten von den Expertinnen und Experten des Auswahlgremiums auf ihre Förderfähigkeit hin bewertet. In die Beratungen gingen externe Gutachten von renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland ein.

Die Anforderungen und Auswahlkriterien sind in der Bund-Länder-Vereinbarung über die „Qualitätsoffensive Lehrerbildung" festgelegt. Voraussetzung für eine Förderung war eine Bestandsaufnahme der Hochschule über ihre Stärken und Schwächen in der Lehrerausbildung. Daraus waren Ziele und Maßnahmen für die künftige Weiterentwicklung abzuleiten.

Die Expertinnen und Experten haben bei der Auswahl folgenden Aspekten große Bedeutung zugemessen:

1. Qualitativer Mehrwert

  • Inwieweit werden die Ziele des Vorhabens stringent auf der Basis der Stärken-Schwächen-Analyse formuliert?
  • Inwieweit werden in dem Vorhaben Maßnahmen bzw. Teilprojekte geplant, die schlüssig, miteinander verzahnt und in die Lehrerbildung als Ganzes eingebettet sind?
  • Inwieweit wird wissenschaftlich begründet, dass die Maßnahmen zu einer Qualitätsverbesserung der Lehrerbildung beitragen (Evidenzorientierung)?
  • Ist die Arbeitsplanung mit Blick auf die Förderlaufzeit und möglicher Risiken konkret und realistisch?
  • Ist die Finanzplanung nachvollziehbar und maßvoll?
  • Sind die Maßnahmen bzw. Teilprojekte im Kontext der Lehrerbildung als Ganzem konkret genug beschrieben, um ihre Wirksamkeit in der Begutachtung einschätzen zu können?

2. Einbettung des Vorhabens in das Profil der Hochschule

  • Inwieweit beteiligt sich die Hochschulleitung aktiv an der Entwicklung des Vorhabens und der Verstetigung daraus erwachsener Strukturen?
  • Inwieweit ist das Vorhaben geeignet, um die Lehrerbildung an der Hochschule zu profilieren und sie als Ganzes strukturell zu stärken?

3. Strategien der Hochschule zur Prozessbegleitung, Qualitätssicherung und Zielerreichung

  • Ist eine Organisationsentwicklungskompetenz im Sinne des Programms vorhanden?
  • Ist eine übergreifende, prozessbegleitende Qualitätssicherung vorgesehen?
  • Ist der funktionale Zuschnitt der geplanten Stellen realistisch (insbesondere mit Blick auf den Einsatz von Promovierenden und Juniorprofessuren in Bereichen wie der Organisationsentwicklung)?
  • Gibt es ausreichende Expertise, um die Maßnahmen zu tragen?
  • Wie stark ist die fächerübergreifende Mitwirkung ausgeprägt? Sind die Fachwissenschaften integriert
  • Ist der Mehrwert für die Studierenden signifikant?
  • Ist die Kooperation mit Partnern der 2. bzw. 3. Phase der Lehrerbildung institutionalisiert bzw. realisierbar? Liegen z.B. entsprechende Kooperationsvereinbarungen vor?

4. Nachhaltigkeit der Maßnahmen

  • Kann die Hochschule die erreichten Strukturen/Ergebnisse/Fortschritte nach einer För-derung beibehalten?
  • Wie sieht die Personalentwicklung der Doktoranden aus?

In der ersten Auswahlrunde, die im Februar 2015 stattfand, wurden 19 von 80 der eingereichten Projektskizzen als förderungswürdig eingestuft. Viele Hochschulen, die nicht zum Zuge gekommen waren, haben ihre Projektskizzen für die zweite Auswahlrunde überarbeitet und eine deutliche Qualitätsverbesserung erreicht. In der zweiten Auswahlrunde im September 2015 wurden von 53 Konzepten 30 zur Förderung ausgewählt.

Insgesamt haben sich 85 Hochschulen an der ersten Förderphase der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" beteiligt. Mit den 49 ausgewählten Projekten kommen nun 59 Hochschulen in das Programm. Von der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ sollen aber nicht nur die geförderten Projekte profitieren. Bund und Länder erhoffen sich eine Signalwirkung für die Lehrerbildung insgesamt. So wird davon ausgegangen, dass erfolgreiche Projekte auf andere Hochschulen ausstrahlen.