Posterreportagen 11.10.2017

Vier "critical friends" im Gespräch mit dem Moderator zur Posterausstellung

 "Critical Friends" im Gespräch mit dem Moderator, vlnr.: Armin Himmelrath, Prof. Keuffer, Prof. Oelkers, Prof. Staub, Prof. Terhart, Prof. Dönnermeyer-Weisser

BMBF, Foto: Alexandra Roth

Prof. Dr. Silke Donnermeyer-Weisser vom Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Gymnasien) aus Freiburg nahm die Poster unter der Perspektive der Verzahnung der Ausbildungsphasen in Augenschein. Aus ihrer eigenen Erfahrung als Lehrerin fand sie „die Verzahnung im Sinne einer gemeinsamen Sprache“ als sehr nützlich, dieses Ziel konnte sie vielen Postern entnehmen. Andere Hochschulen stellten die Verzahnung dagegen unter dem Gesichtspunkt von Unterrichtsmaterialien oder Materialien zur Digitalen Bildung dar. Bei der Betrachtung der Plakate seien ihr zwei oft wiederkehrende Begriffe aufgefallen: „Forschendes Lernen“ und „Portfolio“. Beim Forschenden Lernen vermisse sie eine klare Definition des Begriffs. „Sollen Lehramtsstudierende eine Studie lesen können oder ihren eigenen Unterricht reflektieren können?“ Auffallend fand sie, dass bisher nur wenige Projekte über die Wirksamkeit ihrer Ansätze informierten.

Prof. Dr. Josef Keuffer vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung aus Hamburg betonte zu Beginn seiner Ausführungen, dass die Qualitätsoffensive Lehrerbildung dazu beitrage, dass die Hochschulleitungen die Lehrerbildung als einen Kernpunkt ihrer Aufgaben verstehen, das sei überhaupt nicht selbstverständlich und eine große Reform. Bei den Postern zum Thema „Kooperationen von Hochschulen mit Praxisfeldern in der 1. und 2. Phase“ zeigte er sich beeindruckt von der „ungeheuren Kreativität“, mit der die Zusammenarbeit angegangen werde. Lehr-Lernlabore und Feedbackprozesse hätten ihm besonders gut gefallen. „Ich sehe eine enorme Weiterentwicklung und würde mich freuen, wenn das nachhaltig bleibt“, so Keuffer.

Eine massive Verbesserung der Situation der Lehrerbildung stellte auch Prof. Dr. Ewald Terhart von der Westfälischen Wilhelms-Universität aus Münster fest, der sich die Poster zum Thema „Profilierung der Lehrerbildung“ genauer anschaute. Dabei entdeckte er eine große Ähnlichkeit im Themenverständnis auf allen Ebenen, was er als gutes Zeichen für Professionalität und Konsensbildung in Richtung eines Standards wertete. Auffällig fand er die unterschiedliche Spannbreite dessen, was umgesetzt werde, abhängig von der Größe und Art der Universität. Als ausbaufähig nannte er die Kompetenzfeststellung noch im Studium, „dabei ist doch am Ende die Kompetenzprüfung der entscheidende Schlussstein“, und die Vorbereitung der Mentoren, die die Studierenden begleiten.

Interessante Ansätze zur Mentorenqualifizierung entdeckte  Prof. Dr. Fritz Staub von der Universität Zürich bei den Postern zum Thema „Kooperationsprojekte und -produkte“. Beeindruckt zeigte er sich von der Fülle der unterschiedlichen Aspekte, die thematisiert wurden. „Das geht evon strukturbezogenen Kooperationen  bis zur Entwicklung von Videos und Tools“. Auffallend fand er, dass bei einigen Projekten der Prozess selbest anscheinend stärker gewichtet werde als das Produkt. Wichtig sei aber, was in Bezug auf Nachhaltigkeit und Wirksamkeit Bestand habe.

„Das Geld des Bundes hat sich gelohnt“, fasste Prof. Dr. Jürgen Oelkers von der Universität Zürich seine Eindrücke zusammen. Im Vergleich zu dem, was früher war, sei ein Quantensprung passiert. Bei den Postern zur Profilierung der Lehrerbildung fielen ihm besonders die Neukonzeption der Fachdidaktik und die Videoportale ins Auge. Als eine weitere gute Idee bezeichnete er die Verbundvorhaben aus unterschiedlichen Hochschultypen. Erste Ergebnisse zur praxisorientierten Entwicklung in der Lehrerbildung gebe es bei den Praxissemestern.

Beiträge aus dem Publikum zur Diskussion

Beitrag aus dem Publikum

BMBF, Foto: Alexandra Roth

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