"Neue Perspektiven für die inklusionsorientierte Lehrkräftebildung" – Abschlusstagung des Projekts FDQI-HU

Unter der Frage: "Wie können zukünftige Lehrkräfte erfolgreich auf die Herausforderungen inklusiven Unterrichts im Rahmen der universitären Lehrkräftebildung vorbereitet werden?", fand am 5. April 2019 in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften die Abschlusstagung des Projekts FDQI-HU statt.

Abschlusstagung des Projekts FDQI-HU

Die Projektbeteiligten von FDQI-HU zusammen mit Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats

© Magnus John

Die Abschlusstagung des Projekts "Fachdidaktische Qualifizierung Inklusion angehender Lehrkräfte an der Humboldt-Universität zu Berlin (FDQI-HU)" sprach einen breiten Adressat*innenkreis mit insgesamt 100 Teilnehmer*innen an: So versammelten sich neben Bildungswissenschaft*lerinnen aus verschiedenen Fachdidaktiken, Bereichen der Sprachbildung, der Sonderpädagogik und der empirischen Bildungsforschung auch interessierte Student*innen, Lehrkräfte und Bildungspolitiker*innen. Vertreter*innen des Wissenschaftlichen Beirats sowie Mitglieder des "Netzwerks Inklusion in der Lehrkräftebildung" und des "Zentrums für Inklusionsforschung" diskutierten Projektinhalte, Entwicklungsschwerpunkte und Möglichkeiten der Verstetigung.

Abschlusstagung des Projekts FDQI-HU

Dr. Julia Frohn und Dr. Ellen Brodesser stellten die Projektergebnisse vor.

© Anne Becker

Nach der Einführung in die Thematik durch Prof. Vera Moser stellten Dr. Ellen Brodesser und Dr. Julia Frohn Entwicklungen, Ergebnisse und Perspektiven des Projekts vor. Dabei wurde gezeigt, wie verschiedene Zielgruppen von den Ergebnissen profitieren können. Im Vortrag wurden die Entwicklungen von FDQI-HU – etwa das Didaktische Modell für inklusives Lehren und Lernen (DiMiLL) und die inklusionssensiblen Lehr-Lern-Bausteine für die Hochschulbildung – dargelegt und empirische Befunde der Projektevaluation zusammengefasst. Im Anschluss konnte zwischen vier Veranstaltungen mit unterschiedlichen Themen gewählt werden:

 (I) Dr. Laura Rödel und Dr. Nena Welskop stellten das DiMiLL vor. Sie verorteten die einzelnen Modellelemente und deren Beziehungen diskursiv und diskutierten die theoretischen Grundlagen des Modells sowie dessen Operationalisierung, etwa durch die Nutzung von Anforderungsrastern. Diese wurden anschließend von den Teilnehmer*innen in Kleingruppen fachlich konkretisiert.

(II) Die zweite Veranstaltung, geleitet von Ann-Catherine Liebsch und Yasmin Patzer, thematisierte die  Bausteine für die inklusionssensible Hochschullehre. Auf eine Einführung zu den Themen Adaptive Lehrkompetenz, Sprachbildung und Heterogenitätssensibilität folgte die Präsentation der Bausteine und ihrer Einsatzmöglichkeiten sowie eine Diskussion mit den Teilnehmer*innen.

(III) Das Thema der kooperativen und interdisziplinären Seminarentwicklung wurde im Workshop von Fabian Eckert und Dietlind Gloystein behandelt. Im Vortrag wurden Unterschiede zwischen kooperativen Lehr-Lern-Formaten herausgearbeitet und methodische, inhaltliche und empirische Entwicklungen zu diesen Formaten vorgestellt. Nach der Darstellung der Tandem-Seminare im Rahmen von FDQI-HU erfolgte ein Erfahrungsaustausch.

(IV) Die vierte Parallelveranstaltung, die von Dr. Ellen Brodesser und Dr. Lena Schmitz ausgerichtet wurde, war der Evaluation der Projektansätze gewidmet: So wurden im Rahmen der FDQI-HU-Seminare mögliche Veränderungen im Inklusionsverständnis, der Heterogenitätssensibilität, der Selbstwirksamkeitsüberzeugungen beim Unterrichten heterogener Lerngruppen sowie der Adaptiven Lehrkompetenz untersucht. Die Konstrukte wurden gemeinsam reflektiert, um dann die Ergebnisse der Evaluation, z. B. die Steigerung der Selbstwirksamkeitsüberzeugungen, vorzustellen.

Abschlusstagung des Projekts FDQI-HU

Die Projektleitung und beteiligte Professor*innen diskutierten Verstetigungsmöglichkeiten der Ergebnisse.

© Anne Becker

In der folgenden Gesprächsrunde zeigten Prof. Dr. Stephan Breidbach, Prof. Dr. Stefan Kipf und Prof. Dr. Niels Pinkwart mit der Wissenschaftlichen Projektleitung Möglichkeiten zur Verstetigung der Projektergebnisse auf.

Zum Abschluss eröffneten Prof. Dr. Katja Eilerts (HU Berlin), Prof. Dr. Sabine Achour (FU Berlin), Prof. Dr. Birgit Lütje-Klose (Universität Bielefeld) und Dr. Karsten Krauskopf (Universität Potsdam) Perspektiven auf das Projekt, die für die zukünftige Gestaltung genutzt werden.

Der abschließende Dank seitens der Projektleitung galt – und gilt – allen Beteiligten sowie den Gästen der Veranstaltung für die anregenden Vorträge, Diskussionen und Ideen!