Neue Ausgabe "Theorie und Praxis des Lehrerhandelns" des heiEDUCATION Journals erschienen – Heft Nr. 4/2019

Unter dem Titel "Theorie und Praxis des Lehrerhandelns" versammelt die neue Ausgabe des heiEDUCATION Journals der Heidelberg School of Education (HSE) Beiträge, die sich aus praxisorientierter, empirischer und theoretischer Sicht speziell mit dem Fragenkomplex 'Lehrerhandeln' auseinandersetzen. Das Heft unterstreicht mit repräsentativen Beispielen aus dem fachwissenschaftlichen, fachdidaktischen und bildungswissenschaftlichen Forschungsspektrum die aktuelle Relevanz des Themas.

Das heiEDUCATION Journal  Nr. 4 ist als Open-Access-Zeitschrift online zugänglich und zusätzlich als Druckversion erhältlich.; © Heidelberg School of Education

Das heiEDUCATION Journal Nr. 4 ist als Open-Access-Zeitschrift online zugänglich und zusätzlich als Druckversion erhältlich.

© Heidelberg School of Education

Die Beiträge des heiEDUCATION Journal Nr. 4/2019 reichen vom Potenzial der Multiprofessionalität in universitären Lehrveranstaltungen zur Praktikumsbegleitung über geschichtsdidaktische Perspektiven bis hin zu didaktischen Kompetenzen. In "Inklusionsorientierte Lehrerbildung" stellen Rosi Ritter et al. ein disziplinübergreifendes Seminarkonzept vor, in dem Studierende der Regelschulpädagogik und der sonderpädagogischen Förderung sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Kompetenzen für die schulische Inklusion erwerben und erproben. Melanie Radhoff et al. nehmen sich im Beitrag zur "Gewissheit der Ungewissheit" ein grundlegendes Problem des Lehrerberufs im Kontext von Inklusion vor und zeigen anhand der Konzeption eines Begleitseminars zum Eignungs- und Orientierungspraktikum, wie wichtig bereits im Studium die Vermittlung eines professionellen Umgangs mit Ungewissheit und Widersprüchlichkeiten ist.

Der zweite thematische Schwerpunkt des Heftes stammt aus der Geschichtsdidaktik: Unter der Rubrik GESPRÄCH beleuchtet die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann die Potenziale des "Zeitzeugengesprächs als Quelle und Zugang zur Vergangenheit" in geschichtswissenschaftlicher und in geschichtsdidaktischer Hinsicht. Wie die programmatische Überschrift "Geschichte unterrichten können?!" andeutet, untersuchen Christian Heuer et al. in ihrem Beitrag, wie Wissen und Können bei (angehenden) Geschichtslehrpersonen zusammenhängen und welche Bedeutung insbesondere der 'Fachlichkeit‘ in der Professionalisierung zukommt.
Juliane Rutsch und Tobias Dörfler widmen sich in ihrer empirischen Untersuchung "Weitergehende Aspekte der Validierung eines vignettenbasierten Testverfahrens zur Erfassung des lesedidaktischen Wissens bei Lehramtsstudierenden" der Frage, wie es möglich ist, gezielt fachdidaktisches Wissen im Kontext konkreter Unterrichtssituationen abzufragen.
Weniger von den fachspezifischen als von den pädagogischen Aufgaben im Umgang mit Jugendlichen her betrachten Andrea Burda-Zoyke und Esther Radde "Multiprofessionelle Lehrveranstaltungen im Lehramtsstudium zur Unterstützung von Jugendlichen im Übergang Schule – Beruf" und zeigen dabei die Praxisrelevanz dieses Veranstaltungstypus über das Thema im engeren Sinne hinaus auf. Ausgehend von der Forderung nach (Schlüssel-)Kompetenzen in vielen deutschen Bildungsplänen weisen abschließend Verena Jannack et al. in der Rubrik EXPERIMENT kritisch nach, welches Wissen über "Forschungsnahe Methoden im naturwissenschaftlichen Unterricht" bei Lehrerinnen und Lehrern vorhanden ist und welches sie im konkreten Unterricht einsetzen. Die Vielzahl unterschiedlicher Ansätze aus diversen fachlichen Richtungen liefert wichtige Impulse für die Lehrerbildung und trägt der transdisziplinären Ausrichtung der Zeitschrift Rechnung.

Das Journal ist an der Heidelberg School of Education verortet und wird von Prof. Dr. Beatrix Busse, Geschäftsführende Direktorin der HSE seitens der Universität Heidelberg, und Prof. Dr. Gerhard Härle, Gründungsdirektor und Wissenschaftlicher Berater der HSE sowie Professor i. R.. für deutsche Sprache und Literatur und ihre Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg, herausgegeben. Es richtet sich an Wissenschaftler/innen, Studierende mit Berufsziel Lehrer/in, berufstätige Lehrpersonen, in der Fort- und Weiterbildung Tätige sowie an Bildungspolitikerinnen und Bildungspolitiker. Die Zeitschrift bietet eine Plattform für den interdisziplinären Austausch und fördert den Dialog über die Grenzen der Fächer und Institutionen hinweg.