Netzwerktreffen: Heterogenität und Digitalisierung in Schule und Universität

Über 60 Personen aus Wissenschaft, Bildungspolitik und allen Phasen der Lehrkräftebildung nahmen am 25. Juni 2021 am digitalen Netzwerktreffen des Kompetenznetzwerks „Heterogenität in der Schule“ des Augsburger Projekts "Förderung der Lehrerprofessionalität im Umgang mit Heterogenität" (LeHet) teil. Im Fokus der Veranstaltung stand der Austausch über den professionellen Umgang mit Heterogenität und Digitalisierung in Schule und Hochschule.

Eine junge Lehrerin steht vor einer Schulklasse

Die krisenbedingte Veränderung stellt auch neue Herausforderungen für die Schulpraxis im Umgang mit Heterogenität dar.

© BMBF/Alexandra Roth

von Stefan T. Siegel

Das diesjährige Netzwerktreffen stand ganz im Zeichen des Umgangs mit zentralen Herausforderungen, die sich pandemiebedingt für die Augsburger Lehrkräftebildung und für das schulische Lehren und Lernen unserer Netzwerkmitglieder ergaben.

Auf die Begrüßung durch den Sprecher des Projekts LeHet, Prof. Dr. Andreas Hartinger, folgte ein Fachvortrag von Prof. Dr. Ingo Kollar, Lehrstuhlinhaber für Psychologie m.b.B.d. Pädagogischen Psychologie. Er zeigte auf der Basis von Ergebnissen empirischer – bisweilen auch metaanalytischer Studien – eindrücklich, welche Potenziale digitale Medien für Lehrende und Lernende haben können, insbesondere dann, wenn sie zur Förderung konstruktiven und kollaborativ-interaktiven Lernens genutzt werden.

Anschließend wurden in einem feierlichen Rahmen die LeHet-Netzwerklogos an langjährige Mitglieder und Kooperationspartnerinnen des Kompetenznetzwerks »Heterogenität in der Schule« vergeben. Monika Lederer-Majdalani sowie Dr. Claudia Weiser nahmen die Logos stellvertretend für die Regierung von Schwaben und die MB Dienststelle Schwaben entgegen.

Moderierte Gesprächsrunden
Herzstück des Netzwerktreffens bildeten drei moderierte Gesprächsrunden, zu den Themen (1) „Good practice" (Christine Stahl), (2) „Digital und heterogen" (Prof. Dr. Kristina Peuschel) und (3) „Selbstregulationsstrategien“ (Prof. Dr. Ulrike Nett). Da sowohl die wissenschaftliche als auch die schulische Praxis von der Umstellung auf bzw. durch Ergänzung durch digitale Lehr- Lernprozesse geprägt wurde, standen die aktuellen Erfahrungen der Netzwerkmitglieder im Fokus der Gesprächsrunden.

Die Leitfrage von Gesprächsrunde 1 lautete: Welche Ansätze des Umgangs mit Heterogenität haben sich in den krisenbedingten Veränderungen in der Praxis der drei Phasen der Lehrkräftebildung, in der Verbindung der phasenübergreifenden Arbeit sowie in der Schulpraxis bewährt? In dieser Gesprächsrunde wurden Ansätze der neuen digitalen Praxis in Schule, Seminar und Universität vorgestellt und besprochen.

Welche neuen Fragen und Herausforderungen stellen sich aufgrund der krisenbedingten Veränderungen für die Augsburger Lehrkräftebildung und die Schulpraxis für den Umgang mit Heterogenität in der Schule? Die Bearbeitung dieser Frage und die Erarbeitung von Bewältigungsstrategien standen im Zentrum von Gesprächsrunde 2.

In Gesprächsrunde 3 standen die Selbstregulationsstrategien (angehender) Lehrkräfte im Fokus. Neben einem theoretischen Input zum aktuellen Stand der Forschung wurden die Erfahrungen der Teilnehmenden mit Blick auf heterogenitätsbezogene Herausforderungen, Ressourcen und Interventionsmöglichkeiten in der Lehrkräftebildung gesammelt und diskutiert.

In der Abschlussrunde „Back to normal?“ (Dr. Astrid Krummenauer-Grasser) wurden die Erkenntnisse der vorangehenden Gesprächsrunden zusammengeführt und die Frage diskutiert, welche krisenbedingten Veränderungen in der schulischen Praxis Gegenstand zukünftiger Entwicklungen im Netzwerk Heterogenität in der Schule sein sollten.