Lehrerbildung in Marburg – ProPraxis zieht Bilanz

Am 04. und 05. September 2018 fand an der Philipps-Universität Marburg die Bilanzierungstagung des im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" geförderten Projekts ProPraxis statt. Das Projekt geht ab Januar 2019 in seine zweite Projektphase – ein geeigneter Anlass um Bilanz zu ziehen und einen Ausblick auf die weiteren Entwicklungen in der Marburger Lehrerbildung zu geben.

Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Universität Marburg

Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, begrüßte die Teilnehmenden der Bilanzierungstagung.

Christina Mühlenkamp

Das Projekt ProPraxis entwickelt im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" an der Philipps-Universität Marburg den Studiengang des Lehramts an Gymnasien mit aktuell rund 2400 Studierenden weiter. Das seit 2015 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 3,6 Millionen Euro geförderte Projekt zielte u. a. auf die Verbesserung des Praxisbezugs, die Vernetzung der Studienteile im Lehramt und den Ausbau der Beratung für angehende Lehrerinnen und Lehrer. Im kommenden Jahr startet ProPraxis in seine zweite Förderphase und wird bis 2023 mit weiteren 3,6 Millionen Euro gefördert.

Am 04.09.2018 begrüßte Frau Prof. Dr. Evelyn Korn, Vizepräsidentin für Studium und Lehre, mehr als 80 Vertreterinnen und Vertreter aus den Schulen der Region, der Hessischen Lehrkräfteakademie, weiteren Projekten der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" sowie der Philipps-Universität Marburg zur Bilanzierungstagung des Projekts. Der Präsident der Hessischen Lehrkräfteakademie Andreas Lenz eröffnete die Tagung mit einem Grußwort, in dem er insbesondere die Bedeutung der hessischen Universitäten für die digitale Bildung in Schulen sowie für die Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer hervorhob.

Prof. Dr. Thomas Nauss gab einen Überblick zur Struktur des Projekts. Prof. Dr. Uwe Hericks und Prof Dr. Ralf Laging stellten die Idee des doppelten Praxisverständnisses und ihre Umsetzung in den Marburger Praxismodulen (MPM) vor: Studierende erarbeiten in der Universität ein vertieftes Fachverständnis im Sinne einer ersten Praxis, das als Übersetzungshilfe für die schulische Vermittlung in der zweiten, der schulischen Praxis dient.

Dr. Jost Stellmacher informierte über das Marburger Modell der professionsbezogenen Beratung und präsentierte einige zentrale Ergebnisse zur Evaluation der Marburger Praxismodule (MPM) gemeinsam mit Maria-Therese Friehs. Die Studierenden beurteilen sowohl die Veranstaltungen in den MPM als auch das Angebot der professionsbezogenen Beratung als sehr positiv und wertvoll für ihre professionelle Entwicklung. Darüber hinaus nehmen sie im Vergleich zu Studierenden aus dem bisherigen Modell der schulpraktischen Studien eine deutliche Verbesserung ihrer fachdidaktischen Kompetenzen wahr.

Prof. Dr. Michael Schratz

Prof. Dr. Michael Schratz hielt einen Vortrag zum Thema „Lehrerbildung: verbessern? verändern? gemeinsam neu denken?“.

Markus Farnung

Um die MPM für die Teilnehmenden der Tagung erfahrbar zu machen, fanden am Nachmittag exemplarisch vier Workshops zu den ProfiWerk-Modulen der Fächer Sport, Mathematik, Evangelische Religion und Geographie statt. In dem fachdidaktischen Modul ProfiWerk setzen sich die Studierenden im vierten Semester mit dem Kern ihrer Studienfächer im Sinne einer ersten Praxis auseinander.

In einer anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Annette Huppert, Geschäftsführerin des Zentrums für Lehrerbildung, sprachen Prof. Dr. Evelyn Korn, Prof. Dr. Thomas Nauss, Prof. Dr. Wolfgang Meseth und Dr. Jost Stellmacher über bisherige und zukünftige, organisatorische wie inhaltliche Herausforderungen der Weiterentwicklung der Lehrerbildung in ProPraxis. In der Diskussion wurde insbesondere das Erfolgsrezept der fach- und phasenübergreifenden Kooperation hervorgehoben, die in der ersten Phase ausschlaggebend für das Gelingen der Vorhaben war und ein hervorragender Ausgangspunkt für die Vorhaben in der zweiten Projektphase ist.

In seinem Vortrag „Lehrerbildung: verbessern? verändern? gemeinsam neu denken?“ setzte Prof. Dr. Michael Schratz (Leopold-Franzens-Universität Innsbruck) am Ende des Tages noch einmal neue Impulse für die Entwicklung der Marburger Lehrerbildung.

Um die Erfolge der ersten Phase zu feiern, waren alle Gäste zum Gesellschaftsabend in den Fürstensaal des Marburger Landgrafenschlosses eingeladen.

Im Rahmen der Bilanzierungstagung wurde angeregt über die zahlreichen Qualifikationsarbeiten im Projekt diskutiert.

Im Rahmen der Bilanzierungstagung wurde angeregt über die zahlreichen Qualifikationsarbeiten im Projekt diskutiert.

Markus Hüttenberger

Am 05.09.2018 starteten Annette Huppert und Prof. Dr. Wolfgang Meseth mit einem Überblick über die geplanten Maßnahmen der nächsten Jahre in ProPraxis, die exemplarisch in drei Workshops vorgestellt wurden: Inklusion als Querschnittsthema in der Marburger Lehrerbildung, Strategien der Internationalisierung in der Marburger Lehrerbildung und Digitalisierung als Querschnittsthema in der Marburger Lehrerbildung.

Neun Qualifikandinnen und Qualifikanden zeigten abschließend die Vielfalt der Forschungsperspektiven im Projekt in einer Postersession. Zwei weitere Qualifikandinnen und ein Qualifikand stellten ihre Arbeiten darüber hinaus jeweils im Rahmen eines Kurzvortrags zur Diskussion. Dabei konnte Meike Hartmann zum Abschluss ihrer Promotion beglückwünscht werden.