Lehramtsstudierende der TU Kaiserslautern unterstützen Schülerinnen und Schüler virtuell während Corona – eine Win-win-Situation

Schule und Unterricht sind in Zeiten von COVID-19 eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Im Projekt "Lernpat*innen" des Zentrums für Lehrerbildung der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern unterstützen deshalb Lehramtsstudierende seit dem Frühjahr 2020 Schülerinnen und Schüler beim Lernen – virtuell und ehrenamtlich. Die Erfahrungen fließen in die Weiterentwicklung der Lehrkonzepte im QLB-Projekt "Unified Education: Medienbildung entlang der Lehrerbildungskette (U.EDU)" ein.

Lernpat*innen unterstützen Schülerinnen und Schüler virtuell und ehrenamtlich

Lernpatinnen und Lernpaten unterstützen Schülerinnen und Schüler virtuell und ehrenamtlich

© Stefen Müller/ Zentrum für Lehrerbildung/ TU Kaiserslautern

Im Frühjahr 2020 wurde aufgrund von COVID-19 auch in Kaiserslautern die Situation in Schule und Unterricht äußerst schwierig. Vor allem Schülerinnen und Schüler, deren Deutschkenntnisse noch nicht ausreichen, um selbstständig mit Texten arbeiten zu können, benötigten dringend eine individuelle Betreuung, um den Anschluss an den Schulstoff im "Homeschooling" nicht zu verlieren. Ebenso konnten die schulischen Praktika der Lehramtsstudierenden nun nicht mehr wie gewohnt stattfinden.

Das Zentrum für Lehrerbildung (ZfL) der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern entwickelte gemeinsam mit einer berufsbildenden Schule in Kaiserslautern ein Konzept, bei dem Lehramtsstudierende im 1:1-Verhältnis Schülerinnen und Schüler als sogenannte "Lernpat*innen" online unterstützen. Auf die Anfrage des ZfL bei den Lehramtsstudierenden erklärte sich sofort eine Reihe der Studierenden bereit, die Schülerinnen und Schüler bei der Bearbeitung der Schulaufgaben, die sie digital erhielten und zu Hause erledigen sollten, bis zu den Sommerferien aktiv zu begleiten. Da eine Vor-Ort-Betreuung durch die Studierenden aufgrund von COVID-19 nicht möglich war, wurde der Kontakt virtuell über verschiedene Online-Kommunikationstools mit den Schülerinnen und Schülern aufgenommen. Ein Vorteil war, dass so individuelle Lernzeiten zwischen den Lernpaaren festgelegt werden konnten.

Die Studierenden führten die Lernbegleitung ehrenamtlich neben ihrem regulären Studium durch, das im Sommersemester ebenfalls online ablief. Dabei bestand für sie die Möglichkeit, sich die Tätigkeit als eines der verpflichtenden Schulpraktika anerkennen zu lassen, was den Studierenden half, ihren Studienverlauf einzuhalten. Außerdem konnten die Studierenden so wichtige Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht machen.

Ich konnte viele positive, aber auch negative Aspekte der digitalen Medien in Bezug auf den Kontakt mit Schülerinnen und Schülern kennenlernen, wodurch ich mich sicherer fühle, Schülerinnen und Schüler bei einer Wiederholung dieser Situation möglichst adäquat betreuen zu können. Außerdem sehe ich auch einen Mehrwert für meinen Weg als ‚analoge‘ Lehrkraft. Im Kontakt mit diesem Schüler konnte ich verschiedene Verhaltensweisen austesten und beobachten, wie der Schüler in bestimmten Situationen reagiert.

Lorena Wolfram, Lehramtsstudentin

Im Juni 2020 entstand deshalb zudem eine Kooperation mit dem Seminar "Medienbildung" der Bildungswissenschaften. Hier konnten die Studierenden freiwillig wählen, ob sie im Rahmen des Projekts eine Schülerin beziehungsweise einen Schüler digital betreuen und diese Erfahrung im Seminar reflektieren. Eine Studentin des Seminars beschreibt die Aufgabe als Online-Nachhilfelehrerin als herausfordernd und gewinnbringend gleichzeitig: "Ich konnte viele positive, aber auch negative Aspekte der digitalen Medien in Bezug auf den Kontakt mit Schülerinnen und Schülern kennenlernen, wodurch ich mich sicherer fühle, Schülerinnen und Schüler bei einer Wiederholung dieser Situation möglichst adäquat betreuen zu können. Außerdem sehe ich auch einen Mehrwert für meinen Weg als ‚analoge‘ Lehrkraft. Im Kontakt mit diesem Schüler konnte ich verschiedene Verhaltensweisen austesten und beobachten, wie der Schüler in bestimmten Situationen reagiert.", sagt Lehramtsstudentin Lorena Wolfram.

Das Projekt "Lernpat*innen" stieß insgesamt auf großes Interesse und nach einem Radio- und Fernsehbeitrag meldeten sich weitere Schulen, die teilnehmen wollten. Aufgrund der positiven Resonanz von allen Beteiligten und der weiterhin unklaren schulischen Situation, wird das Projekt auch nach den Sommerferien 2020 weitergeführt. Zusätzlich gibt es nun die Möglichkeit, unter Einhaltung der geltenden Hygieneregeln, Schülerinnen und Schüler auch wieder vor Ort an der Schule zu unterstützen.