Gründung von drei Forschungs- und Entwicklungszentren an der Bielefeld School of Education (BiSEd)

Mit der Gründung von drei Forschungs- und Entwicklungszentren am 07. Juli 2018 erfolgte ein weiterer Schritt auf dem Weg der BiSEd zu einer Professional School 2020. Die nun strukturell verankerten Zentren für (1) kritisch-reflexive Praxisorientierung, (2) Forschendes Lernen in Praxisphasen und (3) inklusionssensible Lehrerbildung verknüpfen in Zukunft Verwaltungs-, Service- & Forschungsleistungen für eine evidenzbasierte Lehrerbildung.  

Gründung von drei Forschungs- und Entwicklungszentren an der Bielefeld School of Education (BiSEd)

Auf die Gründung der Zentren wurde in offener Runde angestoßen. Hier (v.l.n.r.): Dr. Norbert Jacke (Geschäftsführender Leiter der BiSEd), Dr. Renate Schüssler (Strukturleitung Zentrum kritisch-reflexive Praxisorientierung), Prof. Dr. Petra Josting (Direktorin der BiSEd), Anke Schöning (Strukturleitung Zentrum Forschendes Lernen in Praxisphasen), Prof. Dr. Martin Heinrich (Projektleiter BiProfessional), Dr. Lilian Streblow (Strukturleitung Zentrum inklusionssensible Lehrerbildung).

Julia Schweitzer/Bielefeld School of Education (BiSEd)

von Julia Schweitzer

Eine der zentralen Aufgaben wird für die Zentren in nächster Zeit die nachhaltige Implementierung der Teilprojektergebnisse aus dem von der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" geförderten Projekt BiProfessional sein. Hier werden derzeit insgesamt 24 Forschungs- und Entwicklungsprojekte durchgeführt, die sich thematisch mit (mindestens) einem der drei Zentreninhalte befassen. Die Produkte, die dabei entstehen, beschreibt Projektleiter Prof. Dr. Martin Heinrich wie folgt: „Innovative Lehrmaterialien können die hochschuldidaktische Praxis verändern. Allerdings müssen sie so aufbereitet sein, dass eine rezepthafte Anwendung ohne Sinn und Verstand nach Möglichkeit vermieden wird. Stattdessen müssen für die Nutzerinnen und Nutzer reflexive Formen des eigenen ‚Nacherfindens‘ der Innovationen begünstigt werden. Das bedeutet auch, dass es nicht ausreicht, Lehrmaterialien einfach nur zur Verfügung zu stellen, sondern parallel auch eine Implementierungsstrategie zu entwickeln.“ Durch die nun dauerhaft etablierten Zentren erfahren die Produkte eine über die Förderphase hinausreichende Bündelung und können im Lehramtsstudium curricular verankert werden.

Im Sinne der multiparadigmatischen Bielefelder Lehrerbildung werden im Zentrum kritisch-reflexive Praxisorientierung unterschiedliche Formate von Praxisreflexion angeboten, zum Beispiel sowohl systemisch-lösungsorientierte als auch supervisorisch-tiefenanalytische Reflexionsformen. Im Zentrum Forschendes Lernen in Praxisphasen verständigen sich die Fächer über die unterschiedliche Ausgestaltung Forschenden Lernens in standort- und phasenübergreifenden Lehr- und Lernformaten. Und im Zentrum inklusionssensible Lehrerbildung werden verschiedenste Lerngelegenheiten rund um das Thema schulische Inklusion geschaffen, wie Angebote, die zum Beispiel multiprofessionelle Kooperationen oder Förderdiagnostik thematisieren.

Neben der Erprobung, Evaluation und Weiterentwicklung von innovativen Lehrveranstaltungsformaten haben die Zentren außerdem die Aufgabe, die vorhandenen Vernetzungsaktivitäten zu strukturieren und auszubauen. Die Querstruktur der Zentren bildet zum einen das BiSEd-GraduiertenNetzwerk und zum anderen das System der Qualitätssicherung.

Damit mögliche Doppelstrukturen durch die Zentrengründung vermieden werden, wurde die Leitungsstruktur der BiSEd ausdifferenziert. So werden die Zentren jeweils von einer Strukturleitung operativ geführt, die die Leitung eines Arbeitsbereichs innehat. Komplettiert wird die Zentrumsleitung jeweils durch mindestens ein wissenschaftliches Mitglied des gewählten Vorstands der BiSEd. Den Vorteil dieses Steuerungsmodells erklärt Dr. Norbert Jacke, der geschäftsführende Leiter der BiSEd: „Die Zusammenarbeit der Strukturleitungen mit ihren spezifischen wissenschaftlichen und organisationsbezogenen Kompetenzen und der jeweiligen Vorstandsmitglieder mit ihren wissenschaftlichen Kompetenzen und ihrer Anbindung an die Lehrerbildenden Fakultäten erhöht die Chance auf Entscheidungen und Entwicklungen, die sowohl aus organisatorischer wie aus wissenschaftlicher Sicht angemessen sind. Trotz der Ausweitung von Aufgaben und Leistungen im Rahmen der Professional School bleibt die partizipative Grundstruktur erhalten und sichert, wie bisher, die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der operativen Bereiche.“