GOL: Gießener Projekt „Campusschule“ offiziell gestartet

Zur Steigerung der Qualität in der Lehrerbildung startet die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) eine besondere Kooperation mit ausgewählten Schulen in der Region – den sogenannten Campusschulen. Das Pilotprojekt der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) will damit in der Zusammenarbeit zwischen schulischer und wissenschaftlicher Praxis neue Impulse setzen.

Steuerungsgruppe der Gießener Campusschule

Start des Pilotprojekts Campusschule der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL) (v.l.n.r.): Ralph Kemp, Mitglied der Schulleitung der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar; Silvia Schröder, Clemens-Brentano-Europaschule Lollar; Andrej Keller, Direktor der Clemens-Brentano-Europaschule Lollar; JLU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Verena Dolle; Prof. Dr. Jochen Wissinger, Mitglied der GOL-Steuerungsgruppe; Samuel Karbe, Mitglied der Schulleitung der Brüder-Grimm-Schule, Gießen; Rainer Kries, Schulleiter der Brüder-Grimm-Schule, Gießen; Dr. Sophie Kirschner, GOL-Koordinatorin

Julian Hefter

Das zunächst auf drei Jahre angelegte GOL-Projekt dient der Vernetzung von wissenschaftlicher und schulischer Praxis. Die ersten Campusschulen sind die Clemens-Brentano-Europaschule mit den beiden Standorten Lollar und Allendorf/Lumda, die Brüder-Grimm-Schule in Gießen-Kleinlinden sowie die Gudrun-Pausewang-Schule in Lauterbach/Maar. Gestern wurden die Verträge über die Kooperation an der JLU unterzeichnet.

„Mit der Vertragsunterzeichnung schlagen wir ein wichtiges Kapitel in der Gießener Lehrerbildung auf“, sagte JLU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Verena Dolle. „Die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den Schulen in der Region wird sowohl die Entwicklung der Schule als auch die Aus- und Fortbildung für Lehrkräfte insgesamt voranbringen. Vor allem werden die Schülerinnen und Schüler davon profitieren.“ Perspektivisch sollen weitere Schulen in den Kreis der Campusschulen aufgenommen werden.

Logo der Gießener Campusschule

Logo der Campusschule der Gießener Offensive Lehrerbildung (GOL)

Gießener Offensive Lehrerbildung

In der Zusammenarbeit zwischen den Campusschulen und der JLU sollen Projekte der Schul- und Unterrichtsentwicklung gemeinsam konzipiert, pilotiert und evaluiert werden. Ausgangspunkt gemeinsamer Projekte sind spezifische Fragen an die Schule, den Unterricht, die Bildung und das Lernen, wie sie zum Beispiel durch die Digitalisierung der Kommunikation oder durch eine zunehmende Heterogenität in der Schülerschaft aufgeworfen werden. Die Projekte sollen damit zum einen Antworten auf unterrichtspraktische Fragestellungen liefern, zum anderen sollen sie den Aufbau von Kompetenzen unterstützen, die für die Schul- und Unterrichtsentwicklung notwendig sind.

Durch forschungsorientierte Anteile wird Reflexivität in allen Phasen der Lehrerbildung gestärkt. Damit geht die Zusammenarbeit über bisherige singuläre Kooperationsanlässe und Abstimmungen im Rahmen von Schul- und Fachpraktika oder der Fort- und Weiterbildung hinaus. Dabei geht die JLU davon aus, dass langfristige Kooperationen stets mit einem erheblichen Mehrwert verbunden sind - für die Campusschulen, für die JLU und durch Multiplikation für andere Akteurinnen und Akteure in den bestehenden Netzwerken der Region. Die Pilotphase wird durch das Staatliche Schulamt für den Landkreis Gießen und den Vogelsbergkreis sowie durch das Staatliche Schulamt für den Lahn-Dill-Kreis und den Landkreis Limburg-Weilburg unterstützt. Damit wird auch die Vernetzung der verantwortlichen Institutionen in der Region über die einzelnen Phasen der Lehrerbildung hinweg gestärkt.

„Wir erhoffen uns vom Projekt Campusschule, dass das dort generierte Wissen einem nachhaltigen Erkenntnisgewinn dient und die Professionalisierung der Lehrkräfte stärkt, die sich über das gesamte Berufsleben hinweg erstreckt“, sagte Prof. Dr. Jochen Wissinger aus der GOL-Steuerungsgruppe.