Forum 7: Videos in der Lehrerbildung: Anwendungsfelder, Transfermöglichkeiten, Kooperationen

Zur Förderung der Theorie-Praxis-Integration hat sich der Einsatz von Unterrichtsvideos als wirksam erwiesen. Um die hochschuldidaktische Nutzung von Videos in der Lehrerbildung weiter zu fördern, produzieren die teilnehmenden Standorte Unterrichtsvideos, digitale Lernplattformen und Aufgabenformate, deren Potenzial im Rahmen des Forums dargestellt wurde. Daran anknüpfend wurden Transfermöglichkeiten und -erfahrungen in Bezug auf die zweite und dritte Phase der Lehrerbildung diskutiert.

Forum 2.7 QLB-Programmkongress 2018

© BMBF/Michael Reitz

Im Rahmen des Forums wurden konkrete Anwendungsfelder, phasenübergreifende Transfermöglichkeiten und hochschulübergreifende Kooperationen von Videos in der Lehrerbildung dargestellt.

Dabei stand in Bezug auf die Anwendungsfelder zum einen der Einsatz virtueller Aufgabenformate in Kombination mit Unterrichtsvideos im Vordergrund. Das Videoportal FOCUS stellt dafür Lehr-Lerngelegenheiten bereit, durch welche theoretisches Wissen vermittelt und an die Nutzer zurückgemeldet wird (FU Berlin). Des Weiteren wurden konkrete Annotationswerkzeuge, mit deren Hilfe Unterrichtsvideos mit Anmerkungen und dimensionsspezifischen Ratings versehen werden können, vorgestellt (UnterrichtOnline, LMU München). Auch die Vor- und Nachteile von authentischen bzw. inszenierten Unterrichtsaufnahmen wurden anhand der Präsentation eigens produzierter staged Videos (Schwerpunkt: Classroom Management) besprochen (CLIPSS, Uni Duisburg-Essen).

Jenseits konkreter Anwendungsfelder, welche auch durch die standortspezifischen Videoportale in Münster (ViU, ProVision), Köln (ViLLA) und Frankfurt (VIGOR) abgedeckt werden, wurden auch geplante sowie bereits initiierte Video-Kooperationsprojekte zwischen der ersten und der zweiten bzw. dritten Lehrerbildungsphase dargestellt (WWU Münster, GU Frankfurt, Uni zu Köln). Als zentrale Kooperationsbereiche wurden von den Standorten gemeinsam mit der zweiten Phase entwickelte Video-(Selbst-)Lernmodule sowie die Umsetzung von Selbstvideographie und -reflexion aufgeführt. Diesbezüglich unterstrich Yamina Ifli (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, Berlin), welche als Vertreterin der 2. Lehrerbildungsphase die Beiträge aus der Sicht des Vorbereitungsdienstes kommentierte, vor allem die Potentiale der Eigenvideographie für das Kompetenzwachstum von Lehramtsanwärtern und -anwärterinnen.

Forum 2.7 QLB-Programmkongress 2018

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Mit besonderem Interesse wurde zudem die Entwicklung eines deutschlandweiten Meta-Videoportals diskutiert, welches als Kooperationsprojekt zwischen den Standorten FU Berlin, Uni Duisburg-Essen, GU Frankfurt, Uni zu Köln, LMU München und WWU Münster entstehen und eine nutzerfreundliche, portalübergreifende Suche von Unterrichtsvideos ermöglichen soll. Die Suchmaschine soll innerhalb der zweiten Förderphase veröffentlicht werden und über die Domain www.unterrichtsvideos.net erreichbar sein. Es ist geplant, nach erfolgreicher Umsetzung der standortspezifischen RSS-Feeds, die zentral gesammelten Metadaten (u. a. Art des Videos, Schulform, Jahrgangsstufe, Unterrichtfach) über das Meta-Videoportal für die pädagogische Öffentlichkeit zu Verfügung zu stellen, sodass relevante Video-Informationen gebündelt an einer zentralen Stelle einsehbar sind.


Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Prof. Dr. Manfred Holodynski, Dr. Robin Junker
Goethe-Universität Frankfurt am Main: Dr. Claudia Burger
Freie Universität Berlin: Dr. Victoria Barth
Universität Duisburg-Essen: Julia Bönte, Rijana Nissing
Ludwig-Maximilians-Universität München: Robert Meyer
Universität zu Köln: Charlotte Kramer
Yamina Ifli, Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin