Forum 5: Perspektiven für eine gelingende Inklusion in der beruflichen Bildung

Die universitäre AG „Inklusion und Umgang mit Heterogenität in der beruflichen Bildung“ präsentierte im Forum theoretische, empirische Analysen und Ergebnisse aus QLB-Projekten der beruflichen Bildung. Ergebnisse zu Fragestellungen rund um den inklusionsbezogenen Kompetenzerwerb von Lehrkräften an Berufsbildenden Schulen und der Gestaltung hochschulischer Curricula und Lehrformate wurden projektübergreifend vorgestellt und in interaktiven Phasen teilnehmerorientiert diskutiert und reflektiert.

Graphic Recording Forum 5 des QLB-Programmkongresses

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Daniel Freymüller;https://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/deed.de

Das Forum „Perspektiven für eine gelingende Inklusion in der beruflichen Bildung“ wurde vom Arbeitskreis „Inklusion und Umgang mit Heterogenität in der beruflichen Bildung“ Qualitätsoffensive Lehrerbildung ausgerichtet.

Block A: Forschungsergebnisse zu den „Inklusionsbezogene Handlungsfelder und Kompetenzentwicklung angehender Lehrkräfte an beruflichen Schulen:

Forum 1.5 QLB-Programmkongress 2018

© BMBF/Michael Reitz

Prof. Dr. Ursula Bylinski von der FH Münster führte ins Forum ein. Sie erörterte dabei die Zielsetzung und die Arbeitsschwerpunkte des AK. Leitgedanken waren u.a. dass berufliche Schulen als besondere Repräsentanten einer „Schule der Vielfalt“ gelten, Inklusion in der BB im Sinne a) der Salamanca-Erkl. (Bildung als Menschenrecht), b) der UN-BRK, c) der UNESCO (qualitativ hochwertige Bildung für alle) vom AK vertreten wird. Bildungsstrukturen und -angebote auf allen Ebenen unseres (Berufs-)Bildungssystems in diesem Sinne zu entwickeln ist zwar herausfordernd, dennoch handlungsleitend für die Entwicklung von pädagogischer Professionalität.

Prof. Dr. Bach von der Uni Kassel analysierte kritisch auf Basis der aktuellen (Berufs-)Bildungsberichterstattung in Deutschland den Stand zur Inklusion in der BB. Ergebnis 1 (repräsentativ): Inklusion im vollqualifizierenden Berufsbildungssystem (Dualen System & Schulberufssystem) wird noch nicht im wünschenswerten Maße realisiert. Ergebnis 2 (nicht-repräsentativ): An beruflichen Schulen fehlt es an sonderpädagogischer Unterstützung und ganzheitlichen Strategien zur inklusionsbezogenen Schulentwicklung. Ausgewählte Thesen für eine gelingende Inklusion: Erfahrungen und Konzepte aus den Berufsbildungswerken, im ersten Schritt auf Regelschulen übertragen und für die Lehrer(innen)bildung nutzen, danach eigenständige Entwicklungen initiieren; Passung zwischen Berufen und Bewerbern ermitteln, Arbeitgeber & berufliche Schulen bei der Umsetzung von Inklusion und zukünftiger Systementwicklung stärker unterstützen.

Prof. Dr. Burda-Zoyke von der Uni zu Kiel stellt den Forschungsstand zu den relevanten inklusionsbezogenen Kompetenzen von Lehrkräften, ein entsprechendes Strukturmodell sowie damit korrespondierende qualitative Befragungsergebnisse vor.

Forum 1.5 QLB-Programmkongress 2018

© BMBF/Michael Reitz

Block A abschließend berichtet Prof. Dr. Zinn von der Universität Stuttgart über die Entwicklung, Durchführung und Ergebnisse eines quantitativen Tests zur inklusionsbezogenen Kompetenzentwicklung von beruflichen Lehramtsstudierenden.

Ergebnisse von Block B: Vorstellung hochschulischer Lehrveranstaltungskonzepte  

Nach einem Impulsvortrag zum QLB-Projekt am Standort Münster, zur durchgängigen Verankerung des Themas Heterogenität im Curriculum der Bildungswissenschaft stellten weitere Standorte ihre additiven und integrativen hochschuldidaktischen Konzepte im Rahmen einer Postersession inklusive Gallery Walk vor und stellten diese zur Diskussion, welche gut angenommen wurde. Es zeigt sich, das die QLB-Förderung zu einer deutlichen Stärkung des Themas Inklusion in der beruflichen Lehrerbildung in Deutschland führte.



Universität Kassel: Prof. Dr. Alexandra Bach
Fachhochschule Münster: Prof. Dr. Ursula Bylinski
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Prof. Dr. Andrea Burda-Zoyke
Technische Universität Dortmund: Dr. Anke Karber
Otto-Friedrich-Universität Bamberg: Hannes Reinke
Technische Universität Darmstadt: Prof. Dr. Josef Rützel
Technische Universität Dresden: Prof. Dr. Manuela Niethammer
Universität Stuttgart: Prof. Dr. Reinhold Nickolaus, Prof. Dr. Bernd Zinn