Fortschritte in der Professionalisierung von Lehramtsstudierenden: Befunde aus drei Jahren Monitoring an der Universität zu Köln

Im Zuge der „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ wurde an der Universität zu Köln ein systematisches Monitoring installiert. Nach drei jährlichen Durchläufen in 2016, 2017 und 2018 liegt erstmalig ein Überblickswissen zur Lehrer*innenbildung vor, das differenziert über Merkmale der angebotenen Lerngelegenheiten und über die Kompetenzzuwächse der angehenden Lehrkräfte an der Universität zu Köln bis in ihren Eintritt in den Vorbereitungsdienst informiert.

Kompetenzen von Lehramtskandidaten

Drei Jahre Monitoring der Lehramtsausbildung an der Universität zu Köln liefert erste Ergebnisse im Längsschnitt.

BMBF/Alexandra Roth

Die Lehramtsausbildung an der Universität zu Köln ist in einer auf drei Jahre angelegten Längsschnittstudie positiv evaluiert worden. Die Ergebnisse der Studie werden zur Planung neuer Maßnahmen herangezogen und stellen die Lehramtsausbildung auf eine bislang nicht vorhandene evidenzbasierte Grundlage. Über 15.000 angehende Pädagoginnen und Pädagogen sind an der Universität für das Lehramtsstudium eingeschrieben. Damit ist Köln mit dem Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL) einer der größten Ausbildungsstandorte in Deutschland.

Die Studie entstand im Zuge der Beteiligung der Universität zu Köln an der bundesweiten BMBF-geförderten „Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ in dem Projekt „Heterogenität und Inklusion gestalten: Zukunftsstrategie Lehrer*innenbildung (ZuS)“. Nach drei jährlichen Durchläufen in 2016, 2017 und 2018 liegt nun erstmalig ein Überblick zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung vor, der differenziert über Merkmale der angebotenen Lerngelegenheiten und über die Kompetenzzuwächse der angehenden Lehrkräfte bis in ihren Eintritt in den Vorbereitungsdienst informiert. Dazu wurden insgesamt rund 3.000 Bachelor- und Masterstudierende befragt und getestet – methodisch ähnlich wie die großformatige PISA-Studie zum Wissensstand von Schülerinnen und Schülern.

„Wir haben uns angeschaut, ob die angehenden Lehrkräfte über die notwendigen fachlichen und didaktischen Kompetenzen verfügen. Für uns war dabei besonders wichtig, inwieweit sie aktuell in der Lage sind, die große Aufgabe der Inklusion in der Schule wahrzunehmen“, erklärt Professor Dr. Johannes König (Empirische Schulforschung), der gemeinsam mit Juniorprofessor Dr. Kai Kaspar das fakultätsübergreifende ZuS-Projekt an der Uni Köln leitet.

Im Ergebnis zeigt sich, dass die Studierenden beim pädagogischen Wissenstest den Bedarf von Schülerinnen und Schülern adäquat einschätzen und darüber hinaus in herausfordernden Situationen auf pädagogische Konzepte zurückgreifen können – beispielsweise, wie sie mit Lernschwierigkeiten ihrer Schülerinnen und Schüler professionell umgehen. Juniorprofessor Kaspar sagt: „Wir können sehen, dass das pädagogische Wissen im Laufe des Studiums zunimmt, weil sich die Studierenden zunehmend mit anspruchsvollen Aspekten von pädagogischen Konzepten, Mehrperspektivität und Fachsprache beschäftigen und diese Dinge kritisch reflektieren.“

Neben dem allgemeinen pädagogischen Wissen sei im Beobachtungszeitraum auch ein substanzieller Kompetenzzuwachs bei der Vorbereitung auf inklusive Lernsettings zu verzeichnen. Als dritten Aspekt heben die Bildungsforscher die gute Verschränkung von Theorie und Praxis hervor, die sich durch die Möglichkeit, bereits im Studium Erfahrungen in der Planung und Durchführung von Unterrichtsstunden zu sammeln, ergibt.

„Sicherlich gibt es aber auch noch Bereiche, in denen ein Anstieg der Kompetenzen angehender Lehrkräfte wünschenswert wäre“, sagt Professor König. „Vor allem forschungsgestützte Zugänge zur Schulpraxis könnten noch stärker in der Ausbildung berücksichtigt werden. Und wir haben festgestellt, dass das ‚höchste Kompetenzniveau‘ in unserer Studie insgesamt von nur wenigen angehenden Lehrerinnen oder Lehrern erreicht wurde – ein klares Signal, die Studierende noch weiter zu unterstützen und zu fördern.“