Fachtagung Lehrerbildung Baden-Württemberg 2019 an der Heidelberg School of Education

Auf Einladung der Heidelberg School of Education kamen am 7. November 2019 an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg Vertreter der lehrerbildenden Hochschulen Baden-Württembergs und Repräsentanten weiterer Einrichtungen aus dem Bundesgebiet zusammen, um sich zum Thema "Digitalisierung in der ersten Phase der Lehrerbildung" auszutauschen und zu vernetzen. Die Tagung verband die theoretische Diskussion grundlegender Fragen zur Digitalisierung mit ausgewählten Good-Practice-Beispielen.

Rund 180 Teilnehmer/innen folgten der Einladung zur dritten Fachtagung Lehrerbildung BW nach Heidelberg.

Rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten der Einladung zur dritten Fachtagung Lehrerbildung BW nach Heidelberg.

© Heidelberg School of Education (HSE)

Von Corinna Assmann und Bernd Hirsch

Nach Tübingen (2017) und Freiburg (2018) übernahm dieses Jahr die Heidelberg School of Education (HSE) die Organisation der Fachtagung für lehrerbildende Einrichtungen in Baden-Württemberg. Unter dem Motto "Digitalisierung in der ersten Phase der Lehrerbildung – Chancen, Herausforderungen, Risiken" trafen sich rund 180 Teilnehmende, um sich über aktuelle Entwicklungen zu informieren, eigene Ergebnisse zu präsentieren und sich mit Kolleginnen und Kollegen zu vernetzen. Darunter waren Vertreter/innen der lehrerbildenden Hochschulen in Baden-Württemberg, der Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte (SAF), des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) sowie verschiedener Digitalisierungsprojekte von Hochschulen auch über die Landesgrenzen hinaus und viele weitere Interessierte und in der Lehrerbildung Aktive.

Nach den Grußworten von Prof. Dr. Hans-Werner Huneke (Rektor der Pädagogischen Hochschule Heidelberg), Prof. Dr. Anja-Désirée Senz (Prorektorin für Studium und Lehre der Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Petra Deger (Geschäftsführende Direktorin der HSE) markierte der Impulsvortrag von Theresia Bauer MdL (Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg) den inhaltlichen Auftakt der Tagung. In ihrem Beitrag betonte sie die Bedeutung von Austauschformaten wie der Fachtagung, in denen sich eine gewinnbringende Kultur der Zusammenarbeit über Institutionen und Disziplinen sowie Theorie und Praxis hinweg widerspiegle. Die darin sichtbar werdende Bereitschaft, miteinander und voneinander zu lernen, sei eine wesentliche Voraussetzung für erfolgreiche Lehrerbildung.

Im Anschluss griff Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs (TU Kaiserlautern) mit dem Titel ihrer Keynote, "'Alles beim Neuen‘ – Lehrer*innenbildung unter der Perspektive von Digitalisierung", das Motto des Landesprogramms digital@bw auf, um zu zeigen, dass das Thema, obschon bereits seit den 1990er Jahren unter dem Begriff der Mediendidaktik präsent, spezifisch neue Aspekte mit sich bringe, mit eigenen Anforderungen an die Lehrerbildung, die entsprechend untersucht, verstanden und diskutiert werden müssten. Dabei betonte sie die Notwendigkeit einer deutlicheren Subjektorientierung, die sich von der gängigen Metapher des „fit-Machens“ löse, um stärker die sozio-materiellen Praktiken in den Blick zu nehmen und unter der Perspektive von Digitalisierung neu zu gestalten.

In der Podiumsdiskussion waren sich Ministerin Bauer und Prof. Schiefner-Rohs einig, dass der durch den rasanten technischen und gesellschaftlichen Wandel erzeugte Handlungsdruck eine schnelle Umsetzung in Schulen und Hochschulen unumgänglich mache, wie auch die letzte International Computer and Information Literacy Study (ICILS) signalisiere, auf die an diesem Tag mehrmals verwiesen wurde.

In der von Dr. Tobias Endler (HSE) moderierten Podiumsdiskussion mit Ministerin Theresia Bauer MdL und Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs herrschte weitgehend Einigkeit zwischen Politik und Wissenschaft

In der von Dr. Tobias Endler (HSE) moderierten Podiumsdiskussion mit Ministerin Theresia Bauer MdL und Prof. Dr. Mandy Schiefner-Rohs herrschte weitgehend Einigkeit zwischen Politik und Wissenschaft.

© Heidelberg School of Education (HSE)

Als Nucleus der überfälligen Transformation in den Hochschulen könne nach Schiefner-Rohs die im Zuge der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" neu und grundlegend transdisziplinär aufgestellte Lehrerbildung wirken; Ministerin Bauer schloss sich dieser Einschätzung an und wies auf das Potenzial der Schools of Education hin, Impulse zu setzen und neue Wege zu denken. Die Frage der Nachhaltigkeit und Verstetigung von Projekten und Förderprogrammen durch eine Überführung in dauerhafte Strukturen spiele dabei eine essenzielle Rolle, wie Schiefner-Rohs ergänzte.

Der Gang über den "Markt der digitalen Möglichkeiten" eröffnete den Teilnehmer/innen Gelegenheit, sich über ein breites Themenspektrum zu informieren. Die 15 Poster- bzw. Videopräsentationen gewährten Einblicke in innovative Projekte zur Digitalisierung in der ersten Phase der Lehrerbildung. Vier parallele Workshops boten sodann Raum, ausgewählte Good-Practice-Beispiele näher kennenzulernen und intensiv zu diskutieren. Hier zeigte sich, dass gerade zum Thema Digitalisierung in der Lehrerbildung ein erhebliches Interesse an erfolgreichen, praxiserprobten Beispielen mit Modellcharakter und der Wunsch nach Austausch besteht.

Beim „Markt der digitalen Möglichkeiten“ konnten die Teilnehmer/innen Ideen austauschen und neue Anregungen sammeln.

Beim "Markt der digitalen Möglichkeiten" konnten die Teilnehmenden Ideen austauschen und neue Anregungen sammeln.

© Heidelberg School of Education (HSE)

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden zur Fachtagung waren durchweg positiv und unterstrichen noch einmal die Bedeutung solcher Dialog- und Vernetzungsgelegenheiten. Auch die anwesenden Vertreter/innen der Landesregierung zeigten sich sehr interessiert an der Fortführung dieses Formats.