Empirisch-berufliche Lehrkräftebildungsforschung: Vielfältige Projekte und Forschungsansätze – vielfältige Kooperationsmöglichkeiten

Rostocker Brückenbauer – Die empirische Forschung im Bereich der Bildung beruflicher Lehrkräfte ist ein noch junges Forschungsfeld mit zunehmender Bedeutung. Es wird von verschiedenen Mitgliedern der wissenschaftlichen Gemeinschaft mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten und methodischen Zugängen bearbeitet. Nun haben sich Forschende zu einem Austausch-Workshop an der Universität Rostock getroffen. Ziel war es, Synergien zu entdecken und Kooperationen zu etablieren – kurz: Brücken zu schlagen.

Junge Leute stehen in einer Werkstatt um einen Motorblock


Zahlreiche Hochschulen widmen sich gemeinsam der empirischen Lehrkräftebildungsforschung mit dem Schwerpunkt  berufliches Lehramt.

© BMBF/Alexandra Roth

Von Anne Traum und Uta Ziegler

Zum ersten Mal trafen sich Forscherinnen und Forscher der empirischen Lehrkräftebildungsforschung mit Fokus auf dem beruflichen Lehramt im Juni dieses Jahres zum Austausch in einem gemeinsamen Workshop. In einem Zoom-Meeting, das von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Instituts für Berufspädagogik (ibp) der Universität Rostock, Professor Franz Kaiser und Dr. Anne Traum, organisiert worden war, tauschten sich die 27 Teilnehmenden einen ganzen Nachmittag lang über individuelle Forschungsthemen und methodische Zugänge aus. Am Austausch beteiligt waren die Universitäten Giessen (Theo Döppers), Kassel (Alexandra Brutzer), Karlsruhe (Eike Zimpelmann), Kiel (Andrea Burda-Zoyke), Lüneburg (Anna Bobe), Magdeburg (Kathrin Petzold-Rudolph), Osnabrück (Silke Lange, Lisa Bertke), Paderborn (u.a. Gabriela Jonas-Ahrend), Rostock (u.a. Stephanie Dahn, Robert Hantsch, Cathleen Larisch, Miriam Lotze), Siegen (Sonja Köhler, Katharina Gimbel), Wuppertal (Bernd Schäfer, Sylvia Rahn), das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (Silke Fischer), die Fliedner Fachhochschule (Elfriede Brinker-Meyendriesch), die Pädagogische Hochschule Freiburg (Simone Judith Fesenmeier, Mandy Steinbach), die Technische Universität Berlin (Anne Stellmacher) sowie die Technische Universität Dresden (Tino Kühne, Ricarda Lehmann, Holger Sachse).

Ziele

Der Workshop verfolgte drei Ziele:

  • Erstens sollte für alle beteiligten Akteure und Interessentinnen und Interessenten ein Überblick geschaffen werden, an welchen Themen und mit welchen Methoden jeweils geforscht wird.
  • Zweitens sollten mögliche Forschungspartnerschaften offengelegt werden, die z.B. in gemeinsame Publikationen oder den Austausch von Instrumenten mit dem Ziel der Stichprobenvergrößerung münden.
  • Drittens sollte eine gemeinsame Festlegung getroffen werden, wie die Zukunft der empirisch-beruflichen Lehrkräftebildungsforschung gestaltet werden kann.

Vielfalt

Mehr als 30 Projekte empirisch-beruflicher Lehrkräftebildungsforschung wurden vorgestellt.  Ein gemeinsam erarbeitetes Padlet  verschaffte den Teilnehmenden Übersicht und unterstützte die Vorstellung einzelner Projekte. Ein Beispiel sind objektive Tätigkeitsanalysen bei Lehrkräften an beruflichen Schulen in MV im September 2021. Basierend darauf werden Kompetenzprofile erstellt, die als Selbsttest am Studienbeginn oder zur späteren Entwicklungsbeurteilung dienen. Insgesamt wurde deutlich, dass viele Vorhaben zur bundesweiten "Qualitätsoffensive Lehrerbildung“ gehören. Vertreten waren aber auch Vorhaben aus Eigenforschung, Qualifikationsarbeiten und Vorhaben, die mit Sondermitteln gefördert werden.

Ergebnisse

Die Vorhaben ließen sich im Wesentlichen den folgenden Schwerpunkten zuordnen: Zugang zum Studium, Studienerfolg und -bedingungen, Professionalisierung von angehenden Lehrkräften, Übergang in den Beruf / zweite Phase, Spezifische Berufsfachrichtungsbezüge sowie Modelle und Curriculaanalysen. Vertreten waren quantitative und qualitative methodische Ansätze bzw. Kombinationen daraus. Zwei Themen fand die Mehrheit der Teilnehmenden besonders relevant: den Zugang zum Studium und den Übergang in den Beruf. Im zweiten Workshop wird es deshalb schwerpunktmäßig um diese Themen gehen. Das Thema "Studieneingangsphase bzw. Studienwahl“ wird inhaltlich gestaltet von der Universität Wuppertal, Sylvia Rahn und Bernd Schäfer. Das Thema "Kohärenzerleben beim Übergang in den Beruf“ wird von der Pädagogischen Hochschule Freiburg, Katharina Agostini, Katharina Hellmann, Carsten Lange und Mandy Steinbach gestaltet.

Der 2. Workshop "Empirisch-berufliche Lehrkräftebildungsforschung" findet am Donnerstag, den 11.11.21 von 13- 17 Uhr per Zoom-Meeting statt. Interessentinnen und Interessenten können sich noch bis Mitte Oktober zur Teilnahme anmelden bei Dr. Anne Traum (Kontaktdaten siehe rechts in der Box).