Der Pandemie zum Trotz: Studierende entdecken Lernorte im Osterzgebirge

Besuche außerschulischer Lernorte mit Schulklassen oder Seminargruppen sind in der Corona-Pandemie kaum möglich. An der TU Dresden findet man dennoch Wege, Lehramtsstudierenden das Gestalten von fächerübergreifendem Unterricht an außerschulischen Lernorten nahe zu bringen.

Der Screenshot zeigt Teilnehmende, die per Kamera zugeschaltet sind und einen Blick in das virtuelle Museum

Ein Seminar zum außerschulischen Lernen, ohne die Lernorte aufsuchen zu können, ist eine Herausforderung. 

© Anna Engelmann

"Echte“ Begegnungen mit der Wirklichkeit sind ein zentraler Aspekt außerschulischen Lernens, der allerdings unter den Gegebenheiten der aktuellen Corona-Pandemie kaum zu realisieren ist. Dies gilt für Schulen, die auf Exkursionen verzichten müssen, aber auch für das Lehramtsstudium, das angehende Lehrkräfte auf die Gestaltung außerschulischen Unterrichts vorbereiten soll. Das Team des Teilprojekts "Lernlandschaft Sachsen“ des Dresdner Qualitätsoffensive Lehrerbildung-Projektes "TUD-Sylber²" fand dennoch Wege, Studierenden das Lehren und Lernen an außerschulischen Lernorten nahezubringen.

Ein Seminar für Lehramtsstudierende aller Fächer und Schularten im Wintersemester 2020/21 hatte zum Ziel, Studierenden die vielfältigen Möglichkeiten außerschulischen Lernens zu vermitteln und sie zur Gestaltung fächerübergreifenden, problemorientierten Unterrichts an außerschulischen Lernorten zu befähigen. Im Laufe des Seminars erkundeten die Studierenden drei sehr unterschiedliche Lernorte, die sich allesamt in ländlichen Regionen Ostsachsens befinden: der Naturlehrpfad Kahleberg bei Altenberg im Osterzgebirge, die Felsformation Bastei im Kurort Rathen in der Sächsischen Schweiz sowie das Bergbaumuseum MiBERZ (Museum für mittelalterlichen Bergbau im Erzgebirge) in Dippoldiswalde.

Das Seminar fand in digitaler Form statt, gemeinsame Exkursionen zu den Lernorten waren nicht möglich. Daher griffen die Studierenden unter anderem auf einen virtuellen Rundgang zurück, den das Bergbaumuseum MiBERZ zur Verfügung stellt. Die anderen, unter freiem Himmel gelegenen, Lernorte besuchten die Studierenden einzeln in Eigeninitiative. So entstanden kreative, auf die Lernorte zugeschnittene Unterrichtskonzepte. Die Zusammenarbeit von Studierenden mit unterschiedlichen Studienfächern erwies sich dabei als äußerst fruchtbar.

Neben eigenen Lehrveranstaltungen bietet das TUD-Sylber-Projektteam Lehreinheiten an, die andere fachdidaktische Dozierende in ihre Seminare und Vorlesungen integrieren können. So soll außerschulischer und fächerübergreifender Unterricht als Querschnittsthema in die Breite der Lehrkräftebildung getragen werden. Dabei hilft auch ein wachsendes Netzwerk aus regionalen außerschulischen Lernorten, die an einer Kooperation mit Schulen und Hochschulen interessiert sind.

Die Konzepte und Erfahrungen der Seminare im Lehramtsstudium werden im nächsten Schritt auch in die Konzeption von Lehrkräftefortbildungen einfließen. Denn nicht nur Lehramtsstudierenden, sondern auch Referendarinnen und Referendaren sowie erfahrenen Lehrkräften fehlt es häufig an Konzepten für eine zielführende Einbindung außerschulischer Lernorte in den schulischen Unterricht.