Der Appteaser – Musikapps für den Musikunterricht: Ein Orientierungsangebot für Musiklehrkräfte

Im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat das Teilprojekt Musik mit der Homepage "Musikapps für den Musikunterricht" und dem Appteaser im Sommer 2020 ein Online-Format eingerichtet, in dem Musikapps und ihre möglichen Anwendungsbereiche für den Musikunterricht vorgestellt werden.

Screenshot, in dem ein junger Mann in ein Mikrofon spricht.

Richard Hötter, wissenschaftliche Hilfskraft im Teilprojekt Musik, produziert in der Reihe Appteaser Überblicksvideos zu Musikapps.

© Richard Hötter

Die Einschränkungen für den Regelunterricht im Fach Musik, die mit den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einhergingen, waren in den vergangenen beiden Schulhalbjahren einschneidend. Gemeinsames Hören und Musizieren im Fachraum, wie es zuvor praktiziert wurde, war für einige Zeit nicht mehr möglich.

Das Team der Fachdidaktik Musik geht davon aus, dass die Einschränkungen der Corona-Pandemie die Entwicklung beschleunigen wird, vermehrt digitale Medien in den Musikunterricht einzubeziehen. Besonders der Einsatz mobiler Endgeräte ermöglicht neuartige, kooperative und ortsunabhängige Arbeitsformen, die den Musikunterricht nachhaltig bereichern werden und die zugleich Potenziale für den Umgang mit Heterogenität im Musikunterricht bieten. In den Fokus geraten dabei die musikbezogenen Anwendungen (Musikapps), die für solche Geräte verfügbar sind.

Marktvielfalt ohne Orientierung

Sich als Musiklehrkraft auf dem Markt der Musikapps zu orientieren, ist aus mehreren Gründen herausfordernd. Die Vielfalt der Angebote ist enorm und ebenso die Dynamik, mit der neue Angebote erscheinen und alte verschwinden. Einen editierten und aktualisierten Katalog sucht man bei Apple oder Google vergeblich. Im Gegenteil: ungerichtete Suchvorgänge werden durch Algorithmen gesteuert, die für den Suchenden überkomplex und undurchsichtig bleiben. Zudem lässt sich der genaue Funktionsumfang einer App oft erst nach der Installation (und dem damit verbundenen kostenpflichtigen Erwerb) beurteilen. In dieser Situation kann die fachliche Expertise der Musiklehrerinnen und -lehrer kaum zum Tragen kommen.

Homepage bietet Übersicht und Einblicke

Aus diesen Gründen wurde in der Abteilung Schulmusik der Hochschule für Musik Mainz eine Übersicht für Musikapps erstellt, die sich speziell an interessierte Fachlehrkräfte wendet. Die Übersicht wird dabei entsprechend ihrer jeweiligen fachlichen Anwendungsfelder (Noten lernen, Songwriting, Hörtraining etc.) strukturiert. Neben technischen Informationen werden auch Datenschutzinformationen ausgewiesen, die rechtlich für den Gebrauch im Unterricht zu berücksichtigen sind. Ausgewählte Musikapps werden zudem getestet und in selbstproduzierten Überblicksvideos („Appteaser“) vorgestellt. Dabei kommen Vor- und Nachteile zur Sprache.

Screenshot mit verschiedenen roten Apps zum Anklicken

Die Homepage der Hochschule für Musik in Mainz bietet Fachlehrkräften eine Übersicht an Musikapps für den Musikunterricht.

© Jonathan Granzow

Der App-Markt unterliegt einem stetigen und schnellen Wandel, der sich besonders im Bereich der Musikapps bislang weitgehend losgelöst von Lernpotenzialen oder Bildungsinteressen vollzieht. Die Abteilung Schulmusik der Hochschule für Musik in Mainz will mit der Homepage "Musikapps für den Musikunterricht" einen kritischen und konstruktiven Beitrag leisten, der sich aus fachdidaktischer Perspektive mit der Eignung von Musikapps für den Unterricht befasst. 

Das Teilprojekt des Lehr-Lern-Forschungslabors Musik leitet Prof. Dr. Valerie Krupp (Hochschule für Musik Mainz). Wissenschaftlicher Mitarbeiter ist Jonathan Granzow.  Als wissenschaftliche Hilfskraft ist Richard Hötter beteiligt.