Das Augsburger Raster – ein neues Instrument zur interdisziplinären, fachübergreifenden Analyse von Bildungsmedien

Das „Augsburger Analyse- und Evaluationsraster (AAER)“ hat im Augsburger LeHet-Projekt bereits vielseitigen Einsatz und positive Resonanz in interdisziplinären Tandemseminaren und in Lehramtsfortbildungen gefunden; konkrete, auf andere Hochschulen gut übertragbare Beispiele werden in der hier vorgestellten Publikation allen Interessierten zugänglich gemacht.

Buch

Anwendungsbeispiele des AAER - Ein interdisziplinäres Arbeitsergebnis des Augsburger LeHet-Projekts.

Gestaltung Cover Klinkhardt-Verlag, Bad Heilbrunn; Foto DLR PT

Das "Augsburger Analyse- und Evaluationsraster für analoge und digitale Bildungsmedien (AAER)" hilft Lehramtsstudierenden, Referendar*innen und Lehrer*innen dabei, vorliegende analoge und digitale Bildungsmedien  auf ihre Eignung für einen kompetenzorientierten  Unterricht zu überprüfen,  die Möglichkeiten des Bildungsmediums für den Umgang mit heterogenen Lerngruppen auszuloten sowie die transportierten Inhalte durch differenzierte Leitfragen kritisch auf ihre Multiperspektivität hin zu überprüfen und Einseitigkeiten/subtile Beeinflussungen offen zu legen.

Gerade die rasante Zunahme kostenloser Online-Lehrangebote und von Open Educational Resources (OER) erfordert von Lehrpersonen die Fähigkeit einer professionellen Qualitätskontrolle jener Materialien; das AAER liefert den Lehrkräften hierfür das notwendige Handwerkszeug mit quantifizierbaren Ergebnissen. Darüber hinaus eignet sich das AAER auch für die Betreiber von Bildungsservern als wissenschaftlich fundiertes Analyse- und Legitimationsinstrument für die von ihnen ausgewählten Angebote.

Eine besondere Stärke des AAER besteht darin, dass es in seinen Dimensionen und Items offen genug ist, um für die unterschiedlichsten domänenspezifischen Anwendungen als Grundlage tauglich und gleichzeitig sehr gut erweiterbar und konkretisierbar zu sein. Im hier vorgestellten  Band wird dies an gemeinsamen Beiträgen von Erziehungswissenschaftler*innen mit Geographiedidaktiker*innen, Englischdidaktiker*innen, DaF/DaZ-Didaktiker*innen sowie an exemplarischen fachdidaktischen Analysen von analogen und digitalen Bildungsmedien, Schulbüchern und Apps, deutlich. Zwei Beiträge – einer aus der Allgemeinen Didaktik und einer aus der Geographiedidaktik – zeigen die besondere Eignung des AAER für die differenzierte Herausarbeitung der diskursiven Positionierung der jeweiligen Materialien und somit für einen transparenten Umgang mit den entsprechenden Bildungsmedien.

Für das AAER wird in Deutschland dieselbe flächendeckende Verbreitung angestrebt, die das Analyseraster Levanto für die Schweiz hat. Eine elektronische Zugänglichkeit ist hierfür angedacht.