Communication and Voice Center for Teachers – eine einmalige Einrichtung in Bayern

Das neu eingerichtete Communication and Voice Center for Teachers (CoVoC-T) an der Universität Regensburg möchte Lehramtsstudierende und Lehrkräfte aller Fachrichtungen und Schularten für ihren kommunikationsorientierten, sprech- und stimmintensiven Beruf sensibilisieren, professionell vorbereiten und begleiten.

Logo des Communication and Voice Center for Teachers der Universität Regensburg

Logo des Communication and Voice Center for Teachers der Universität Regensburg

© Communication and Voice Center for Teachers der Universität Regensburg / Kathrin Hausmann-Balk

Von Christian Gegner und Kathrin Hausmann-Balk

Lehrkräfte sind Expertinnen und Experten für Wissensvermittlung, pädagogische Diagnostik und Gestaltung von Lernprozessen. Sie kommunizieren viele Stunden am Tag mit Schülerinnen, Schülern, Eltern und im Kollegium. Aus diesem Grund gilt der Lehrberuf als professioneller Sprechberuf.

In Lehr-Lernkontexten ist es nicht nur von Bedeutung, was gesagt wird, sondern auch wie etwas gesagt bzw. vermittelt wird. Das ist genau das Ergebnis des interdisziplinären Forschungsprojekts FALKE (Fachspezifische Lehrerkompetenzen im Erklären), aus welchem hervorgeht, dass der Sprech- und Körperausdruck einer Lehrkraft in entscheidendem Maße für die wahrgenommene Qualität einer Erklärung verantwortlich ist. Eine abwechslungsreiche Sprechweise, eine deutliche Artikulation, eine angemessene Pausensetzung und redebegleitende Gestik der Lehrkraft können aufgrund der strukturierenden Funktion zu einer besseren Verarbeitung des Lerninhalts und somit zum Lernerfolg beitragen.

Weiterhin zeigen internationale Untersuchungen zum Stimmklang einer Lehrkraft, dass sich eine heisere Stimme negativ auf die Aufmerksamkeit und Verarbeitungsfähigkeit von Schülerinnen und Schülern auswirkt, da heisere Stimmen mehr kognitive Kapazitäten bei der Verarbeitung des Gesagten binden.

Hier handelt es sich um einen folgenschweren Befund, da Lehrkräfte im Vergleich zu anderen Berufsgruppen international eine deutliche Prävalenz für Heiserkeit und Erkrankungen der Stimme aufweisen. Eine jüngste Umfrage unter knapp 500 bayerischen Lehrkräften belegt, dass rund 30 Prozent ihre Stimme als beeinträchtigt wahrnehmen. Die Gründe sind vielfältig: langer und intensiver Stimmgebrauch, Sprechen gegen Lärm, aber auch mangelnde Stimmhygiene und unzureichende Stimm- und Sprechtechnik. Untersuchungen an Lehramtsstudierenden zeigen, dass viele Studierende über stimmliche Beschwerden klagen oder eine Einschränkung der stimmlichen Leistungsfähigkeit verspüren.

Aus diesem Grund verfolgt das CoVoC-T an der Universität Regensburg das Ziel, die Ausbildungsbedingungen für zukünftige Lehrkräfte zu optimieren, um sie auf die Anforderungen eines stimm- und sprechintensiven Berufs professionell vorzubereiten. Dies geschieht beispielsweise mittels universitätsinterner Angebote wie eines Stimmscreenings, Workshops zur praktischen Rhetorik als auch Stimm- und Sprechbildung des Lehrgebiets Mündliche Kommunikation und Sprecherziehung. Weiterhin existieren regionale Fortbildungsmöglichkeiten durch den Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur als auch Angebote universitätsexterner Institutionen wie der Berufsfachschule für Logopädie.

Eine unterstützende Begleitforschung soll zudem zu einer evidenzbasierten Ausbildung der Studierenden beitragen.