4. TUD-Sylber-Konferenz zur "Digitalisierung in der Lehrerbildung" in Dresden

Am 16. November 2019 kamen an der TU Dresden zum vierten Mal Vertreterinnen und Vertreter der sächsischen Lehrerbildung aus Hochschulen, Ausbildungsstätten, Schulen und Bildungsadministration zusammen, um sich über die Zukunft und Weiterentwicklung der Lehrerbildung auszutauschen. Dieses Jahr stand die "Digitalisierung der Lehrerbildung" im Mittelpunkt der Tagung mit rund 200 Teilnehmenden.

Gesprächsrunde auf einer Tagung; Foto: Sebastian Schellhammer

In einer Gesprächsrunde zur Digitalisierung in der Lehrerbildung wurden die Perspektiven der Akteure aus Universität, Schule, Ausbildungsstätte und Ministerium deutlich.

© Sebastian Schellhammer

Digitalisierung ist im sächsischen Bildungssystem – wie in ganz Deutschland – derzeit eines der bestimmenden Themen. Wie können digitalisierungsbezogene Kompetenzen an Schülerinnen und Schüler vermittelt werden? Wie kann eine digitale Bildungsinfrastruktur geschaffen werden, die Organisationsprozesse vereinfacht und das Lernen und Lehren unterstützt? Diese und mehr Fragen beschäftigen nicht nur die Schulen, die in Sachsen seit Schuljahresbeginn mit neuen Lehrplänen arbeiten und sich auf den DigitalPakt Schule vorbereiten. Auch die Einrichtungen der Lehrerbildung stehen vor Herausforderungen, um angehende Lehrkräfte zur Vermittlung digitalisierungsbezogener Kompetenzen und zum fruchtbaren Einsatz digitaler Medien im Unterricht zu befähigen. Die Landespolitik setzt aktuell mit einer Reform der Lehramtsprüfungsordnung einen neuen Rahmen für die Verortung digitalisierungsbezogener Themen in der Lehrerbildung.

Um die aktuelle Dynamik in diesem Handlungsfeld in Sachsen aufzugreifen und einen perspektivenreichen Dialog unterschiedlicher Akteure zu ermöglichen, fand am 16. November 2019 die 4. TUD-Sylber-Konferenz mit dem Schwerpunkt "Digitalisierung in der Lehrerbildung" an der TU Dresden statt. Das Interesse war groß, was rund 200 Teilnahmen von Schulleitungen, Lehrkräften, Vertretenden des Landesamts für Schule und Bildung, der sächsischen lehrerbildenden Hochschulen und von weiteren Akteuren der schulischen Bildung belegen.

Erstmals öffentlich präsentierte Befunde einer im Rahmen von TUD-Sylber durchgeführten sächsischen Lehrkräftebefragung zeigen, dass unter den Lehrerinnen und Lehrern eine prinzipielle Aufgeschlossenheit gegenüber digitalen Medien in der Schule besteht. Zugleich zeigt sich ein ausgeprägter Fortbildungsbedarf, vor allem was den Medieneinsatz im Unterricht betrifft.

Personen beugen sich über einen Tisch und blicken auf einen Laptop; Foto: Sebastian Schellhammer

In einem Vernetzungsforum stellten über 30 Ausstellerinnen und Aussteller ihre Konzepte und Aktivitäten zur Diskussion.

© Sebastian Schellhammer

Alle drei lehrerbildenden Universitäten in  Sachsen widmen sich den Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in den kommenden Jahren intensiv im Rahmen der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung". Einblicke in künftige Aktivitäten gaben die Verantwortlichen der Projekte DigiLeG (TU Chemnitz), PraxisDigitaliS (Universität Leipzig und TU Dresden) sowie TUD-Sylber (TU Dresden), welche unter anderem die Etablierung von digitalen Lernumgebungen, die Vermittlung digitalisierungsbezogener Kompetenzen oder die Entwicklung von Vernetzungs- und Qualifizierungsangeboten umfassen.

Im Rahmen der Tagung wurde die neue Koordinierungsstelle "Digitalisierung in der Lehrerbildung" an der TU Dresden eröffnet. Als Service- und Beratungsstelle unterstützt sie Studierende und Hochschullehrende beim Umgang mit digitalen Medien in Unterricht und Lehre. Sie vermittelt Unterstützungsangebote und vernetzt die TU Dresden mit Schulen, Akteuren der Lehrerbildung anderer Hochschulen sowie Verantwortlichen für Vorbereitungsdienst und Lehrkräftefortbildung. 

Doch auch jenseits der "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" gibt es zahlreiche Forschungs- und Praxisprojekte, Unterstützungsangebote und andere Aktivitäten, die Digitalisierung in der Lehrerbildung und an den Schulen voranbringen. 34 überwiegend in Sachsen beheimatete Akteure berichteten in einem Vernetzungsforum von ihren Vorhaben und Erfahrungen. Ob Einblicke in die digitale Bildung in der Lehrkräfteausbildung an den einzelnen Universitäten, fachdidaktische Anwendungen digitaler Medien, Unterstützungsformate durch medienpädagogische Zentren oder Start-Ups: Die TUD-Sylber-Konferenz war ein willkommener Anlass, um die vielfältigen Aktivitäten und Initiativen in diesem Handlungsfeld zu vernetzen.